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Medizin

Cholezystektomie hat oft Zeit bis zum nächsten Morgen

Dienstag, 30. September 2014

Los Angeles – Die Entfernung der Gallenblasen bei akuter Cholezystolithiasis kann meist auch tagsüber durchgeführt werden und nicht notfallmäßig in der Nacht. Dieser Meinung sind Forscher um Leitautor Dennis Kim am Los Angeles Biomedical Research Institute. Die Arbeitsgruppe veröffentlichte ihre Studie im American Journal of Surgery (http://dx.doi.org/10.1016/j.amjsurg.2014.09.004 ).

Wie schnell die Entfernung der Gallenblase bei akuter Cholezystolithiasis erfolgen muss, ist nach Angaben der Forscher strittig. Besonders bei Patienten, die sich nachts mit einer ausgeprägten Symptomatik vorstellen, müssten Ärzte abwiegen, ob die Operation noch in der gleichen Nacht erfolgen muss. Dies bedeutet für den Operateur eine wesent­lich größere Belastung.

Cholezystektomien können entweder minimalinvasiv oder konventionell erfolgen. Vorteil der minimalinvasiven Varianten ist die oft schonendere Operationstechnik, weshalb diese Variante in der modernen Chirurgie häufig angestrebt wird. Die Forscher wollten mit ihrer Studie unter anderem untersuchen, ob die Tageszeit die gewählte Operationsmethode beeinflusst.

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Die Forscher werteten retrospektiv die Daten von 1.140 US-amerikanischen Patienten aus, welche an zwei unterschiedlichen städtischen Krankenhäusern entweder zwischen 19:00 und 7:00 Uhr oder 7:00 und 19:00 Uhr operiert wurden.

In Bezug auf die Komplikationsrate (fünf Prozent versus sieben Prozent) und die Liege­dauer (3,7 versus 3,8 Tage) zeigte die nächtliche Operation gegenüber über dem Eingriff am Tage nach Angaben der Forscher keine großen Unterschiede. Auffallend war laut den Wissenschaftlern jedoch, dass in der Nacht wesentlich häufiger eine konventionelle Cholezystektomie erfolgte. Während dies nachts in elf Prozent der Fall war würde tagsüber nur in sechs Prozent der Fälle offen operiert.

Die Forscher gehen auf Grund ihrer Ergebnisse davon aus, dass das Abwarten bis zum Tage nicht häufiger zu akuten Komplikationen führt. Da jedoch keine Daten zu Lang­zeitkomplikationen nach der Entlassung vorlagen, konnte die Arbeitsgruppe keine Aussage zu langfristigen Folgen machen. © rme/aerzteblatt.de

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