NewsÄrzteschaftÄrztekammer Baden-Württemberg rät zur Zurückhaltung beim Mobilfunk
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Baden-Württemberg rät zur Zurückhaltung beim Mobilfunk

Dienstag, 30. September 2014

Zwei Techniker arbeiten an einem Mobilfunkmast mit diversen Antennen /dpa

Stuttgart – Die Auswirkungen von Mobilfunk auf die menschliche Gesundheit sind unklar und werden kontrovers diskutiert. Darauf hat der Ausschuss „Prävention und Umwelt“ der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg (LAK BW) hingewiesen. Die Mitglieder des Ausschusses raten in ihren jetzt überarbeiteten Empfehlungen „Mobilfunk und Gesund­heit“ deshalb zur Zurückhaltung: Eltern und Jugendliche sollten Mobilfunktelefone und Laptops möglichst wenig und kurz benutzen und die Geräte immer wieder abschalten. Ferner sollten Mobilfunktelefone möglichst nicht in kleinen abgeschirmten Einheiten, wie dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln benutzt werden, denn wegen der Abschir­mung müssten Mobilfunktelefone dort mit maximaler Energieleistung arbeiten, um auf Empfang zu bleiben.

„Belastbare und somit verwertbare Forschungsergebnisse konnten bisher keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen verschiedenen Erkrankungen und elektro­magnetischen Feldern nachweisen, doch konnten auch Gefahren für die menschliche Gesundheit dort noch nicht ausgeschlossen werden, wo bisher kein eindeutiger Wirkmechanismus festgestellt werden kann“, hieß es aus dem Ausschuss. Auch zur Langzeitwirkung und der Auswirkung auf Schwangere, Föten und Kinder gebe es nur wenige Erkenntnisse.

Anzeige

Die Kammer weist außerdem auf soziale Probleme hin, die auftreten könnten, wenn Nutzer die Mobiltechnologien exzessiv nutzten, zum Beispiel soziale Isolation oder Verschuldung. Das betreffe vor allem Jugendliche.

Auf der anderen Seite seien die positiven Auswirkungen von Handys und Co auf Arbeitsplätze, Kommunikation, Lebensqualität und auch die medizinische Versorgung unbestritten, hieß es aus der Kammer. Sie fordert in ihrer Stellungnahme unter anderem handyfreie Zonen in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden sowie in Bus und Bahn, und eine bessere Forschungskoordination bei den weiterhin nötigen Studien zum Thema. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. März 2020
Oberschleissheim – Die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection – ICNIRP) hat neue Richtlinien für die
Neue Richtlinien zu elektromagnetischen Feldern sollen gesundheitlichen Schäden vorbeugen
12. Februar 2020
Freiburg – Forscher des Universitätsklinikums Freiburg um Nils Nicolay von der Klinik für Strahlenheilkunde untersuchen die Einflüsse kosmischer Strahlung auf blutbildende Stammzellen. Dies ist
Strahlenforschung für bemannte Weltraummissionen
10. Dezember 2019
Hamilton/Ontario – Eine beschleunigte Teilbrustbestrahlung, die die Radiotherapie von einem Monat auf eine Woche verkürzt, hat in einer randomisierten Studie nach einer brusterhaltenden Lumpektomie
Mammakarzinom: Akzelerierte Teilbrustbestrahlung in Studie langfristig mit schlechteren kosmetischen Ergebnissen
28. November 2019
Bremen – Das Bundesamt für Strahlenschutz finanziert eine Studie von Wissenschaftlern der Jacobs University Bremen zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des neuen Mobilfunkstandards 5G. Das
Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen von 5G auf Zellen
27. November 2019
Berlin – Handy, Kernkraft oder Radon: Viele Deutsche wissen nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung im Alltag sind und was für sie gefährlich sein könnte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage,
Strahlenschutzamt: Deutsche beurteilen Strahlungsrisiken falsch
9. Oktober 2019
München – Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einzelne Wildpilzarten in Bayern immer noch stark mit radioaktivem Cäsium belastet. Außergewöhnlich hoch belastete
Pilze sind 33 Jahre nach Tschernobyl immer noch radioaktiv belastet
12. September 2019
Kassel – Strahlenschäden durch Atomwaffentests der früheren Sowjetunion können bei Spätaussiedlern zu Versorgungsansprüchen in Deutschland führen. Dafür muss der Zusammenhang mit der radioaktiven
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER