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Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert besser abgestimmte Versorgung von Depressionspatienten

Dienstag, 30. September 2014

Berlin – Qualitätsmängel bei der Versorgung von Depressionspatienten kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). „Die aktuelle Versorgungslage ist alarmierend: Die Behand­lung von Depressionen muss sich unbedingt stärker an der nationalen Behandlungs­leitlinie ‚Unipolare Depression‘ ausrichten“, forderte Martin Härter vom Universitäts­klinikum Hamburg-Eppendorf anlässlich des morgigen 11. Europäischen Depressions­tages.

Härter ist Koordinator der Nationalen Versorgungsleitlinie Depression und einer der Studienautoren des „Faktenchecks Gesundheit“ der Bertelsmann-Stiftung vom Frühjahr diesen Jahres. Laut „Faktencheck Gesundheit“ erhalten drei von vier Patienten mit schweren Depressionen keine leitliniengerechte Therapie, 18 Prozent der Betroffenen erhielten zwischen 2010 und 2012 gar keine Behandlung.

Fast jeder fünfte Mensch erkrankt in Deutschland im Laufe seines Lebens an einer Depression. Sie gehören damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Werden Depressionen nicht richtig behandelt, können sie chronisch werden. Noch gravierender ist die Gefahr eines Suizids. „Durchschnittlich nimmt sich jeder siebte schwer Depressive das Leben“, warnt DGPPN-Präsident Wolfgang Maier.

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Die Fachgesellschaft hat angekündigt, die S3-Leitlinie und die Nationale Versorgungs­leitlinie (NVL) „Unipolare Depression“ zu überarbeiten. „Die Erforschung der Behand­lungsmöglichkeiten depressiver Störungen hat in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht. Hauptprobleme bleiben aber deren praktische Umsetzung und die Abstimmung, wie sich eine gestufte und vernetzte Versorgung sowie die Schnittstelle von ambulanter zu stationärer Behandlung optimalerweise gestalten lassen“, erklärt Frank Schneider, Mitglied im Vorstand der DGPPN.

Politik und Verwaltung seien gefragt, die Versorgung für Menschen mit depressiven Erkrankungen besser zu strukturieren. „Jeder depressiv erkrankte Mensch, der Kontakt zum Gesundheitssystem hat, muss überall in Deutschland sicher sein können, dass seine Erkrankung erkannt und anschließend leitlinien- und bedarfsgerecht behandelt wird“, fordert Maier. © hil/aerzteblatt.de

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