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Ärzteschaft

Sachverständigenrat und Gröhe diskutieren über bessere Versorgung

Dienstag, 30. September 2014

dpa

Berlin – Angesichts des zunehmenden Ärztemangels auf dem Land will Bundesgesund­heits­minister Hermann Gröhe (CDU) eine gleichmäßigere Verteilung der Haus- und Fachärzte in Deutschland erreichen. Anreize zur Niederlassung in unterversorgten Gebieten sollten erhöht und Überversorgung in Ballungsgebieten abgebaut werden, sagte er heute in Berlin.

Noch in diesem Jahr würden entsprechende Schritte zügig per Gesetz angegangen. In diesem zweiten Versorgungsstrukturgesetz wird es nach Gröhes Worten auch Vorgaben für die Terminservicestellen geben. „Ich glaube, dass wir in Konkretisierung des Sicher­stellungsauftrags der Kassenärztlichen Vereinigungen eine gute und, wenn alles funktioniert, auch eine wenig eingreifende Lösung finden“, sagte Gröhe.

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Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter diskutierte in Berlin mit den Mitgliedern des Sachver­ständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR). Anlass war ein Symposium zum jüngsten Gutachten des Rats, der im Sommer Vorschläge zu einer bedarfsgerechteren Versorgung vor allem in ländlichen Regionen vorgelegt hatte. Gröhe betonte, was die Richtung vieler Vorschläge des SVR anbelange, stimme er mit den Experten überein. Dies gelte vor allem für den Vorschlag, den Problemen in der Versorgung mit einem Bündel von Maßnahmen zu begegnen.

Beim Symposium ging es dabei nicht nur um Perspektiven für die ambulante Versorgung, sondern auch um die Herausforderungen in Pflege und stationärer Versorgung. Die Sicherstellung der Krankenhausversorgung treibe ihn um, betonte Gröhe. Es sei wichtig, in Zukunft die Handhabung des Sicherstellungszuschlags zu verbessern. Diesen Punkt griff auch Ratsmitglied Wolfgang Greiner auf. Der Ökonom betonte, man müsse Sicher­stellungszuschläge für Kliniken als sinnvolles Instrument weiterentwickeln. Nach Ansicht von Greiner bedarf es klarer Kriterien, wann ein Krankenhaus sie zur Aufrecht­erhaltung der Versorgung beanspruchen kann, wenn diese gewünscht wird.

Der Vorsitzende des Beratungsgremiums, Ferdinand M. Gerlach, mahnte eindringlich, gegen die ungleiche Verteilung der Ärzte und den wachsenden Mangel an Hausärzten anzusteuern. Rund 2.200 Hausärzte würden demnächst jedes Jahr ausscheiden, doch 2013 beendeten nur rund 1.100 Allgemeinmediziner ihre Weiterbildung. 90 Prozent der mehr als 11 000 Facharztabschlüsse ebneten Medizinern den Weg zur Arbeit als Spezialist, nur 10 Prozent zur Arbeit als Generalist.

Der Rat hat unter anderem vorgeschlagen, einen Landarztzuschlag vorzusehen.  „Mit einem Landarztzuschlag sollen Umstrukturierungen in der Region finanziert werden, also attraktive Honorare für die jungen Kollegen, die vielleicht für zwei, drei Tage aufs Land in die Praxis kommen, oder Fahrzeuge für Versorgungsassistentinnen, die Routine­haus­besuche machen“, hatte Gerlach kürzlich im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt erläutert. „Man braucht auch Geld, um Hol- und Bringdienste für Patienten auf dem Land zu organisieren, Liaison-Sprechstunden von Fachärzten zu finanzieren oder sich mit Pflegediensten zu vernetzen.“ © Rie/dpa/aerzteblatt.de

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