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Medizin

Hüft-TEP: Immunsignatur bestimmt postoperative Erholung

Dienstag, 30. September 2014

dpa

Palo Alto – Wie schnell sich ein Patient von einer Routineoperation erholt, hängt in hohem Maße von der Reaktion des Immunsystems ab, wie eine Studie in Science Translational Medicine (2014; 6: 255ra131) zeigt. Einige Patienten sind bereits Stunden nach einer Hüft-Operation wieder munter, andere benötigen Wochen oder Monate, bis sie wieder auf die Beine kommen. Der Grund für die Unterschiede war bislang unbe­kannt.

Das Team um Garry Nolan von der Stanford University in Palo Alto vermutet ihn in der Reaktion des Immunsystems, das nach jedem operativen Eingriff aktiviert wird. Um Unter­schiede zwischen einzelnen Patienten zu ermitteln, wurde 32 Patienten eine Stunde vor Implantation einer Hüft-TEP eine Blutprobe entnommen. Weitere Untersuchungen erfolg­ten eine Stunde, 24 und 72 Stunden nach dem Eingriff sowie vier und sechs Wochen später.

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Mittels einer Einzelzellen-Massenzytometrie wurden mehr als 50 Bestandteile auf der Oberfläche und im Inneren einzelner Zellen bestimmt. Die Ergebnisse wurden dann mit den Angaben der Patienten auf Fragebögen zur postoperativen Erholung in Beziehung gesetzt.

Das Ergebnis war eine „Immunsignatur“, die mit der Erholung des Patienten korrelierte. Die Veränderungen betrafen die Expression der Immunmoleküle STAT3, CREB und NF-kappaB, die in einer Untergruppe von Monozyten aktiv sind. Wie diese „Immunsig­natur“ genau die Entzündungsreaktion auf den operativen Eingriff beeinflusst, ist unklar. Nolan vermutet, dass sie eine Aktivierung von sogenannten “myeloid-derived suppressor cells” anzeigt.

Diese Zellen dämpfen die Immunantwort. Sie wurden zuerst bei Krebserkrankungen beschrieben, wo sie eine ungünstige Prognose anzeigen. Es wird vermutet, dass die Krebszellen die Immunzellen rekrutiert haben, um sich vor der körpereigenen Krebs­abwehr zu schützen. Nach einer Operation könnte es, so Nolan, jedoch günstig sein, wenn das Immunsystem durch die Suppressorzellen im Zaum gehalten wird, da der Patient sich dann schneller von dem Eingriff erholt.

Nolan berichtet, dass die „Immunsignatur“ in etwa die Hälfte der Unterschiede in der Erholungszeit erklärt. Der Test muss allerdings noch validiert werden. Das Ziel der Forscher ist es, einen Test zu entwickeln, der vor der Operation anzeigt, wie schnell sich der Patient von dem Eingriff erholt. © rme/aerzteblatt.de

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