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Medizin

Studie: Naturheilmittel könnten Pankreatitis auslösen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Bonn – Neben zugelassenen Medikamenten können möglicherweise auch Naturheilmittel eine akute Pankreatitis auslösen. Eine krankenhausbasierte Fall-Kontroll-Studie im Bulletin für Arzneimittelsicherheit (2014; 3: 3-6) ermittelte für Teufelskralle und Baldrian signifikant erhöhte Odds Ratios.

In Deutschland erkranken jedes Jahr schätzungsweise 20 auf 100.000 Einwohner an einer akuten Pankreatitis. Die meisten Erkrankungen sind auf einen langjährigen Alkoholabusus oder einen Gallenstein zurückzuführen, der akut den gemeinsamen Ausführungsgang an der Vaterschen Papille blockiert. Immer häufiger werden Arznei­mittel als Auslöser vermutet. Manchmal werden sie sogar als dritthäufigste Ursache genannt.

Doch die Liste der Arzneimittel, für die ein Zusammenhang erwiesen ist, ist kurz. Die von  Antonius Douros von der Berliner Charité und Edeltraut Garbe vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen angegebene Liste enthält gerade einmal drei Wirkstoffe oder Kombinationen (Azathioprin, Mercaptopurin, Olmesartan plus Amlodipin), für die die Welt­gesund­heits­organi­sation eine Kausalität für erwiesen hält. Für 18 weitere Wirkstoffe oder Kombinationen sei ein Zusammenhang wahrscheinlich. Darunter befinden sich keine Naturheilmittel, die sich bisher nicht im Visier der Pharmakovigilanz befanden.

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Die Berliner Fall-Kontroll-Surveillance-Studie (FAKOS), die 102 Patienten mit akuter Pankreatitis unklarer Ätiologie ausführlich nach der Einnahme von Heilmitteln befragt hat und die Antworten mit 750 Kontrollpatienten verglich, ermittelte für acht Mittel signifikante Assoziationen. Auf Fenofibrat (Odds Ratio OR 12,2; 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,3-69,1) folgen an Position 2 und 3 mit Teufelskralle (OR 12,0; 1,9-74,3) und Baldrian (OR 10,3; 1,7-53,4) zwei pflanzliche Mittel. Teufelskralle (Harpagophytum) wird vor allem bei Schmerzen, Baldrian (Valeriana) bei Schlafstörungen eingenommen.

Die weiten 95-Prozent-Konfidenzintervalle deuten bereits an, dass der Zusammenhang auf wenige Nennungen beruht. Die Autoren betrachten deshalb weitere Studien für notwendig, um die Phytotherapeutika-assoziierte Pankreatotoxizität zu verifizieren. Die Ergebnisse würden nichtsdestotrotz weitere Argumente gegen den sorglosen Einsatz solcher Arzneimittel liefern, insbesondere wenn die Wirksamkeit nicht durch kontrollierte klinische Studien gut belegt sei, schreiben sie.

Die anderen signifikant mit der akuten Pankreatitis assoziierten Wirkstoffe oder Kom­binationen waren Formoterol + Budesonid (OR 6,3; 1,1,-32,1), Ramipril plus Hydro­chlorothiazid (OR 5,8; (1,7-18,0), Lisinopril (OR 5,4; 1,4-17,5), Azathioprin (OR 5,1; 1,9-13,5 und Mesalazin (OR 3,3; 1,1-9,5). Für die beiden Immunsuppressiva (Azathioprin und Mesalazin) wird eine pankreatotoxische Wirkung seit längerem vermutet. Die chronisch-entzündlichen Darm­er­krank­ungen, bei denen die Wirkstoffe eingesetzt werden, sind aber ebenfalls ein möglicher Auslöser. Bei den ACE-Hemmern (Ramipril, Lisinopril) gab es ebenfalls schon vorher Hinweise.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #612077
EEBO
am Freitag, 10. Oktober 2014, 20:22

Liebe Redaktion,

ich werde jetzt nicht anfangen, eine Debatte über das hohe Gut der Meinungsäußerung anzufangen, aber könntet Ihr endlich mal den Account dieses Users sperren?! Paranoide und beleidigende Äußerungen gehören sicher nicht in einen Kommentarteil. - Mal ganz abgesehen davon, daß Azithromycin das Derivat eines Naturproduktes ist, und Digoxin nicht nur im Fingerhut, sondern sogar als endogenes Hormon im Menschen vorkommt....
Avatar #675503
Widerstand
am Donnerstag, 2. Oktober 2014, 13:01

Naturheilmittel könnten...

euer Leben retten.
Immer mehr resistente Viren, immer mehr Medikamente mit zusatznutzen qualvoller Todesarten.
Jetzt lösen verschiedene Naturheilmittel Pankreatitis aus. Hm... könnte es sein, dass die Menschen so langsam zuviel Abstand von der chemischen Keule nehmen und die Phamalobby ihre Gewinne bedroht sieht?
Also wenn man bedenkt, dass z. b. Metoprolol als Betablocker genau das auslösen kann, was es verhindern soll, dann sollte man den Herrschaften mal kräftig hinten rein treten, die sich künstlich über mögliche KÖNNTE-NEBENWIRKUNG aufregen.
Das chemische "Medikament" Clarithromycin hat zu erhöhter kardialer Todesrate geführt. Digoxin führt zu erheblich erhöhtes Sterberisiko gegenüber denen, die das Gift nicht einnahmen. Nebenwirkung ?
Also wirklich, die Stimmen die ihr hört, suchen nur verzweifelt einen Ausweg aus der unendlichen, dunklen Leere in euren Köpfen.
LNS

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