NewsPolitikKartellamt beanstandet Exklusivbezug von Medizinprodukten aus Apotheken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kartellamt beanstandet Exklusivbezug von Medizinprodukten aus Apotheken

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Köln – Das Bundeskartellamt geht gegen den Exklusivbezug von Medizinprodukten aus Apotheken vor. In einem Kartellverwaltungsverfahren gegen den Apothekenverband Westfalen-Lippe (AVWL) hat die Wettbewerbsbehörde erfolgreich darauf gedrungen, dass Direktversender oder Sanitätshäuser als Lieferanten von Blutzuckerteststreifen gegenüber Apotheken nicht benachteiligt werden.

Der Apothekenverband verhandelt nach dem Sozialgesetzbuch V mit den Kranken­kassen und Krankenkassenverbänden die Konditionen für den Bezug von Arzneimitteln und Blutzuckerteststreifen. Der AVWL hatte mit den Krankenkassen einen Arzneimittel­liefervertrag abgeschlossen, wonach die Versorgung von Patienten mit Blutzuckertest­streifen bevorzugt über die Apotheken in Westfalen-Lippe erfolgen solle.

Die Kranken­kassen sollten darauf verzichten, auf Ärzte und Versicherte einzuwirken mit dem Ziel, die Teststreifen bei anderen Anbietern direkt zu beziehen. Dieses „Steuerungs- und Beeinflussungsverbot“ hat das Kartellamt beanstandet. Wie die Behörde mitteilte, hat der Apothekenverband sich nun verpflichtet, auf seine Rechte aus der Vereinbarung mit den Kassen zu verzichten.

Anzeige

Die Einigung in dem Kartellverfahren dürfte über Westfalen-Lippe hinaus Bedeutung haben. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, forderte andere Kranken­kassen und Verbände von Leistungsbringern auf, zu prüfen, ob sie ähnliche Vertrags­klauseln vereinbart hätten.

„Es gibt in diesem Bereich keine Rechtfertigung für eine Exklusivität der Apotheken“, erklärte Mundt. Indem andere Anbieter eine Chance bekämen, werde der Wettbewerb zugunsten der Krankenkassen und der Versicherten belebt. Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich Blutzuckerteststreifen für mehr als 600 Millionen Euro verkauft. © Stü/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

31. Januar 2017
Ingelheim – Die Mainzer Universitätsmedizin darf das Diakoniekrankenhaus in Ingelheim übernehmen. Das Bundeskartellamt hat dafür grünes Licht gegeben. Das Krankenhaus erhielt nach eigenen Angaben eine
Universitätsmedizin Mainz übernimmt Diakoniekrankenhaus in Ingelheim
20. Oktober 2016
Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat einen Themenservice zusammengestellt, um Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte über die Sektoruntersuchung durch das Bundeskartellamt
apoBank informiert zu Sektoruntersuchungen durch Bundeskartellamt
26. August 2016
Stuttgart - Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Übernahme des Bethesda Krankenhauses Stuttgart durch die Sana Kliniken AG gegeben. Die Übernahme wurde durch die Wettbewerbshüter ohne
Stuttgart: Bundeskartellamt gibt grünes Licht für Klinikübernahme
8. Juli 2014
Bonn – Das Bundeskartellamt rechnet in Zukunft mit zahlreichen Zusammenschlüssen und Übernahmen von Krankenhäusern. Andreas Mundt, der Präsident des Amtes, verwies vor der Presse in Bonn auf
Wettbewerbshüter rechnen mit neuen Klinikfusionen
15. Mai 2014
Esslingen/Bonn – Das Bundeskartellamt hat die geplante Fusion des Klinikums und der Kreiskliniken in Esslingen verboten. „Durch den Zusammenschluss der beiden führenden und engsten Wettbewerber
Kartellwächter gegen Fusion der Esslinger Krankenhäuser
27. November 2013
Köln – Das Bundeskartellamt hat im Fusionskontrollverfahren zur geplanten Übernahme von Rhön-Tochtergesellschaften durch Fresenius das Hauptprüfverfahren eingeleitet. Dies teilte die Bonner
Rhön-Übernahme: Bundeskartellamt leitet Hauptprüfverfahren ein
11. Juni 2013
Offenbach – Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für den Verkauf des Klinikums Offenbach an die Sana Kliniken AG gegeben. Damit dürfe Sana die unternehmerische Verantwortung für das bisher kommunale
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER