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Medizin

Viele Krebspatienten brechen Therapie wegen Arzneimittel­nebenwirkungen ab

Freitag, 3. Oktober 2014

Madrid/London/Wien – Mehr als sechs Prozent der europäischen Krebspatienten been­den aufgrund von Nebenwirkungen die Behandlung. Das berichtete eine Arbeitsgruppe um Rheena Khanna, London, auf dem Europäischen Krebskongress in Madrid. Khanna ist Mitarbeiterin des Statistikdienstleisters ims Health.

Die Forscher analysierten Therapiedaten von knapp 8.000 Patienten aus Großbri­tannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. „Im Rahmen unserer Arbeit haben wir analysiert, unter welchen Tumoren die Patienten litten, welche Therapien angewendet wurden, und welche Nebenwirkungen sie entwickelten“, erklärte Khanna.

Aus dieser Gruppe hatten 87 Prozent eine zytotoxische Chemotherapie und 13 Prozent eine Hormontherapie erhalten. Die häufigsten Diagnosen waren Brustkrebs (22 Prozent), Dickdarmkrebs (14 Prozent), und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (13 Prozent). Die häufigste Nebenwirkung war mit 36 Prozent Neutropenie (Blutbildveränderung), gefolgt von Übelkeit/Erbrechen (23 Prozent), Blutarmut (21 Prozent), Neuropathie (17 Prozent) und Schleimhautentzündung (15 Prozent).

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Aus der Gruppe der Brustkrebspatientinnen, die ihre Therapie abbrachen, hatten 57 Prozent eine zytotoxische Chemotherapie und 43 Prozent eine Hormontherapie bekommen. Bei den Patientinnen unter Hormontherapie waren Schmerzen der häufigste Grund für den Therapieabbruch, gefolgt von Neutropenie. Viele Patienten mit Darm- oder Lungenkrebs wurden mit platinhaltigen Chemotherapien behandelt und brachen die Behandlung wegen Übelkeit, Erbrechen und Neutropenie ab.

„Man kann diese Ergebnisse als Aufruf an die Ärzteschaft sehen, die verfügbaren Möglichkeiten zur Kontrolle der Nebenwirkungen von Krebstherapien voll auszunützen“, sagte Khanna. Wie weit psychologische Strategien und bessere Beratung geeignet seien, die Therapietreue zu verbessern, lasse sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten. © hil/aerzteblatt.de

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