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Politik

Zuzug von Gesundheits­fachkräften langfristig unsicher

Montag, 6. Oktober 2014

Bad Hofgastein – Die Politik in Nord- und Westeuropa sollte sich nicht darauf verlassen, langfristig in größerem Umfang Gesundheitsfachkräfte aus Süd- und Osteuropa an­werben zu können. Diese Auffassung vertrat James Buchan von der Queen Margaret Universität Edinburgh auf dem European Health Forum Gastein. Seine Arbeitsgruppe hat die aktuellen Trends bei der Migration von Gesundheitspersonal in Europa aufge­ar­beitet.

„West- und nordeuropäische Länder stehen vor einem doppelten demografischen Problem, einer alternden Bevölkerung stehen gleichzeitig alternde Fachkräfte im Gesundheitswesen gegenüber“, erläuterte er auf dem Forum. Der steigende Bedarf an gesundheitlicher Versorgung falle also zusammen mit einer zunehmenden Zahl an Angehörigen der Gesundheitsberufe, die sich in den Ruhestand zurückzögen. Die Lücke werde schon bald spürbar werden – bis zum Jahr 2020 werden Schätzungen der Euro­päischen Kommission zufolge etwa eine Million Ärzte, Pflegepersonen und andere Ange­hörige anderer Gesundheitsberufe fehlen, so Buchan.

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Zu einem Teil konnten westliche und nördliche EU-Mitgliedsstaaten Lücken bisher durch Zugänge aus Ost- und Südeuropa füllen. Aber die Richtung von Migrationsströmen und deren Veränderung sei zunehmend schwierig vorhersehbar, so Buchan. Sich auf Gesund­heitspersonal aus anderen Ländern zu verlassen, um den Mangel an inlän­dischen Fachkräften auszugleichen, werde immer riskanter.

„Ein- und dasselbe Land kann heute von der Zuwanderung von Fachkräften im Gesund­heitsbereich profitieren und morgen selbst Gesundheitspersonal an andere Destina­tionen verlieren“, betonte er. Wichtig sei, dass die Länder analysierten, warum Fach­kräfte das Land verließen und Gegenmaßnahmen ergriffen. Das müsse und könne nicht immer das Gehalt sein – auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen kann laut Buchan Arbeitskräfte im Land halten und Migrationsströme verändern. © hil/aerzteblatt.de

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