Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gröhe will Hebammen-Haftpflicht dauerhaft bezahlbar machen

Montag, 6. Oktober 2014

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) will die bedrohlich steigen­den Haftpflichtprämien vieler Hebammen dauerhaft abbremsen. „Dazu werden wir in Kürze gesetzgeberische Maßnahmen einleiten, die auf die Begrenzung der Regress­forderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen zielen“, sagte Gröhe am Montag in Berlin. „Das wird dazu beitragen die Haftpflicht­prämien zu stabilisieren und den Versicherungsmarkt zu beleben.“

Heute können sich Kassen Behandlungskosten nach einem Geburtsfehler von der Hebammen-Haftpflicht zurückerstatten lassen. Diese Forderungen machen nach früheren Angaben Gröhes 20 bis 30 Prozent der Schadenssumme aus.

Viele Geburtshelferinnen sehen durch die Prämien ihre Existenz bedroht. Zahlten Hebammen im Jahr 2004 noch 1.352 Euro für die Versicherung, ist es heute fast das Vierfache. Die hohen Prämien betreffen jene rund 3.000 der gut 17.000 freiberuflichen Hebammen, die auch Geburtshilfe leisten. Grund ist, dass bei einer Schädigung des Kindes durch einen Fehler der Hebamme die langfristigen Therapie- und anderen Kosten stark gestiegen sind. Außerdem droht ein Verlust des nötigen Versicherungs­schutzes mangels Anbietern.

Gröhe sagte, es sei ihm ein Herzensanliegen, dass Hebammen ihre wichtige Arbeit für Schwangere, Mütter und junge Familien weiter mit guten Rahmenbedingungen ausüben könnten. Die Krankenkassen seien schon im Juli gesetzlich verpflichtet worden, mehr Geld bereitzustellen. Die Hebammen bekämen seither zusätzlich 2,6 Millionen Euro.

Ab Juli 2015 werde dieser Vergütungszuschlag durch einen dauerhaften Sicherstellungs­zuschlag abgelöst. Gleichzeitig müsse sichergestellt bleiben, dass ein durch einen Behandlungsfehler geschädigtes Kind und seine Familie weiter die erforderliche Hilfe und Unterstützung erhalten. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

DöringDöring
am Montag, 6. Oktober 2014, 22:34

Hebammenhaftpflicht

Kaum zu glauben, wenn die gesetzlichen Krankenkassen oder der Gesetzgeber einen Teil der Haftpflichversicherungsbeiträge bezahlt. Dann will ich, als Hausarzt, das auch.

Nachrichten zum Thema

10.10.17
Studiengang Hebammenwissenschaft startet in Lübeck
Lübeck – In Lübeck startet jetzt der deutschlandweit erste universitäre Studiengang Hebammenwissenschaft. 20 Studierende haben sich dafür zum kommenden Wintersemester eingeschrieben. Neu an der......
18.09.17
Frauen- und Kinderärzte warnen vor Hebammenmangel
Köln/Hamburg – Schwangere in Deutschland haben immer mehr Probleme dabei, eine Hebamme für die Entbindung und die Betreuung im Anschluss zu finden. Darauf haben der Berufsverband der Kinder- und......
15.09.17
Berlin plant Kreißsaal-Ausbau wegen Geburtenrekords
Berlin – Berlins Babyboom dauert an und sorgt für volle Geburtsstationen und Kreißsäle. Im vergangenen Jahr wurden so viele Kinder in der Hauptstadt geboren, wie seit der Wiedervereinigung nicht –......
06.09.17
Hebammen erhalten mehr Geld, Kritik am Beschluss
Berlin – Die Honorare der freiberuflichen Hebammen werden rückwirkend zum 15. Juli um rund 17 Prozent erhöht. Darauf einigten sich die drei Hebammenverbände und der GKV-Spitzenverband vor der......
04.09.17
Tour zur Bundestagswahl: Hebammen wollen gehört werden
Westerland/Kiel – Hohe Haftpflichtprämien, Nachwuchsmangel, fehlende Notfallkonzepte und geschlossene Kreißsäle: Die Hebammen in Deutschland haben mit diversen Problemen zu kämpfen. Um auf ihre......
01.09.17
Hebammenschule soll helfen, Versorgungslücke in Hessen zu schließen
Frankfurt – Viele Kliniken im Rhein-Main-Gebiet suchen händeringend nach Hebammen. Die erste Frankfurter Hebammenschule soll nun Abhilfe schaffen. Der erste Kurs mit 24 Teilnehmern – darunter einem......
02.08.17
Hebammenschule soll in Brandenburg Fachkräftemangel entgegenwirken
Eberswalde/Potsdam – Mit einer neuen Hebammenschule in Eberswalde (Barnim) will das Land Brandenburg dem Fachkräftemangel begegnen. Am 1. November startet der Schulbetrieb nordöstlich von Berlin,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige