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Medizin

Early-Goal Directed Therapy gegen Sepsis versagt in Studie

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Melbourne – Laut einer prospektiven Studie an der Monash Universität kann die Early-Goal Directed Therapy, ein Behandlungsschema bei septischen Schocks, keine Senkung der Mortalität bei schwerer Sepsis bewirken. Rinaldo Bellomo und seine Arbeitsgruppe am Australian and New Zealand Intensive Care Research Centre berichten im New England Journal of Medicine über entsprechende Ergebnisse (http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1404380).

Die Early-Goal Directed Therapy (EGDT), zu Deutsch „frühe zielgerichtete Therapie“, ist ein Therapieprotokoll, welches erstmals 2001 in einer Proof-of-Concept Studie im New England Journal vorgestellt wurde und seither Einzug in viele Intensivstationen gefunden hat.

Zentraler Venendruck, venöse Sauerstoffsättigung und arterieller Mitteldruck werden bei den Patienten über Katheter engmaschig kontrolliert. Mittels Katecholaminen, Blut­transfusionen und Infusionen können Intensivmediziner hämodynamisch ungünstigen Verläufen frühzeitig begegnen, so das Konzept. Eine im Mai dieses Jahres veröffentlichte multizentrische Studie der Universität Pittsburgh konnte jedoch anders als die Erststudie keine Senkung der Mortalität nachweisen. Die australische und neuseeländische Arbeitsgruppe verglich in ihrer Studie gleichfalls die EGDT mit einer intensivmedi­zinischen Standardbehandlung.

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Die Wissenschaftler führten ihre Studie an 51 Krankenhäusern, davon 45 in Australien und Neuseeland, durch. Die 1.600 Patienten wurden zufällig in zwei Behandlungsarme randomisiert und erhielten entweder EGDT oder eine intensivmedizinsche Standard­behandlung. Die Arbeitsgruppe verglich Mortalität, Länge des Kranken­haus­auf­enthalts und mögliche Komplikationen zwischen den beiden Gruppen.

Primärer Endpunkt der Studie war die Mortalität der Patienten nach 90 Tagen. Zwischen der EGDT und der Standardgruppe konnten die Forscher keine Unterschiede in der Mortalität feststellen (18.6 Prozent versus 18.8 Prozent, P=0.90). 28-Tagesmortalität, Aufenthaltsdauer, Komplikationen und zusätzliche Parameter wie Beatmungsdauer oder Dialysehäufigkeit konnten trotz des agressiveren Therapieschemas nicht signifikant gesenkt werden. Subgruppenanalysen, welche die Schwere der Sepsis miteinbezogen, zeigten laut der Arbeitsgruppe auch keine Unterschiede.

Die Wissenschaftler halten die Empfehlung der EGDT in internationalen Leitlinien als zumindest fragwürdig. Ob möglicherweise eine Anpassung des Therapieprotokolls mit veränderten Zielwerten das Ergebnis verbessern könnte, bleibe jedoch offen. © hil/aerzteblatt.de

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