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Ausland

Ebola-Patient in Texas gestorben

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Traning mit Schutzanzügen am Centers for Disease Control and Prevention in den USA /dpa

Dallas – In Texas ist der erste Ebola-Patient in den USA gestorben. Das Krankenhaus in Dallas bestätigte am Mittwoch den Tod des 42-Jährigen, der der erste schwere Ebola-Fall außerhalb Afrikas war. Andere Patienten aus Westafrika waren eigens zur Behandlung in westliche Staaten geflogen worden. Der Mann war aus Liberia kommend in die USA eingereist, einige Tage später waren in Texas die Krankheits­symptome aufgetreten.

Nach Angaben der Klinik starb der Liberianer um 14.51 deutscher Zeit. „Er hatte den Kampf bis zum Schluss tapfer geführt.” Alle Mitarbeiter der Klinik würden mit der Familie trauern. Der Mann war am 20. September in Texas angekommen, vier Tage später klagte er über Fieber und Unwohlsein.

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Dennoch wies ihn ein Krankenhaus ab, obwohl er nach Aussage von Verwandten extra darauf hingewiesen habe, aus dem Ebolagebiet zu kommen. Die liberianische Regierung warf ihm allerdings vor, bei der Ausreise gelogen zu haben. Obwohl er einer todkranken Frau in ein Taxi geholfen habe, habe er beteuert, keinen Kontakt zu Kranken gehabt zu haben. Bei der Ausreise hatte er eine Körpertemperatur von 36,3 Grad, also völlig normal.

In Omaha wird ein Ebola-Patient mit Blut eines anderen Erkrankten behandelt
Unterdessen teilte ein Krankenhaus in Omaha, Nebraska, mit, dass ein Ebola-Patient dort mit dem Blut eines anderen Erkrankten behandelt wird. Der Spender war im August als Helfer in Westafrika an Ebola erkrankt und mit einem Spezialflugzeug in die USA geholt worden. Dort wurde er innerhalb von zwei Wochen wieder gesund. Sein Blut soll nun dem Patienten in Nebraska helfen und war auch schon einem anderen Mann gegeben worden.

Befürchtungen in Europa
Nach der Ebola-Infektion einer Pflegerhelferin in Madrid sind Politiker und Experten Befürchtungen entgegengetreten, die Seuche könne sich auch in Europa ausbreiten. „Wir werden diese Situation überwinden“, versprach Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch. In Brüssel erklärte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg: „Die Ebola-Krise ist eine Krise, die sich in einigen afrikanischen Ländern abspielt.“ Es sei sehr unwahrscheinlich, dass so etwas in Europa passiere. In Deutsch­land wurde der dritte Ebola-Kranke aus Westafrika zur Behandlung erwartet. Er sollte am Donnerstag in Leipzig eintreffen.

Auch drei Kolleginnen der infizierten spanischen Pflegehelferin sind inzwischen in die Isolierstation eines Madrider Krankenhauses eingewiesen worden. Sie hatten ebenfalls zu dem Team gehört, das zwei mit Ebola infizierte Geistliche behandelt hatte, und bekamen später leichtes Fieber. Eine Ebola-Infektion ist bei ihnen bislang aber nicht festgestellt worden.

Risiken sind beherrschbar
Die Ebola-Risiken seien durch moderne Gesundheitssysteme beherrschbar, erklärte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Zsuzsanna Jakab. Allerdings bestehe für medizinisches Personal die Gefahr einer Ansteckung durch Fehlverhalten oder Pannen. Deshalb müssten alle Sicherheitsvorschriften genauestens befolgt werden.

Spaniens Regierungschef wies Kritik zurück: „Das spanische Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt“, sagte er im Parlament. Da bislang aber ungeklärt ist, wie es zu der Übertragung in der Madrider Klinik kam, breitete sich unter dem Personal Isolierstation Angst aus. Der Internist Germán Ramírez, der die infizierte Pflegerhelferin behandelt, äußerte die Vermutung, die Infektion könne sich beim Ausziehen des Schutzanzuges ereignet haben. Die Ebola-Kranke habe eingeräumt, sich dabei mit den Schutzhand­schuhen ins Gesicht gefasst zu haben.

In Leipzig wird ein weiterer Ebola-Patient erwartet
In Deutschland soll in Kürze eine weiterer Ebola-Patient aus Afrika behandelt werden. Der UN-Mitarbeiter soll in das Leipziger Klinikum St. Georg gebracht werden. Er werde Donnerstag aus Liberia eingeflogen, sagte der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums, Ralph Schreiber. Zuvor waren zwei Ebola-Erkrankte nach Deutschland gebracht worden. Ein Arzt aus Uganda liegt derzeit in Frankfurt am Main auf einer Isolierstation. Ein weiterer Erkrankter wurde gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen. © dpa/aerzteblatt.de

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