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Medizin

Duodenoskop: Übertragung resistenter Keime trotz Desinfektion

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Atlanta - Ein mit resistenten Enterobakterien kontaminiertes Duodenoskop hat an einer US-Klinik 35 Patienten infiziert. Die Überprüfung durch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ergab, dass das Endoskop sachgerecht desinfiziert worden war. Die Keime wurden laut einem Bericht im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2014; 312: 1447-1455) in einem schwer zu reinigenden Teil des Spezialendoskops gefunden.

Der Ausbruch war aufgefallen, nachdem es an der Klinik, einem Lehrkrankenhaus im US-Staat Illinois, innerhalb weniger Monate zu mehreren Infektionen mit Carbapenem-resistenten E. coli gekommen war. Zunächst wurden sieben Fälle entdeckt, bei einer genauen Auswertung der Krankenakten stieg die Zahl auf 39 Infektionen. Bakteriologisch wurde in jedem Fall eine New Delhi metallo-beta-Lactamase (NDM) als Resistenzursache nachgewiesen. Eine Fall-Kontroll-Studie, die Lauren Epstein von den CDC durchführte, zeigte eine klare Assoziation mit der Durchführung einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP).

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Diese Untersuchung war bei 35 Patienten mit dem gleichen Duodenoskop durchgeführt worden. Diese Spezialendoskope sind aufgrund ihres komplizierten Aufbaus schwer zu reinigen. Die Untersuchung aller Duodenoskope der Klinik führte dann zum Nachweis von NDM produzierenden E. coli in einem Endoskop. Die Keime verbargen sich in einem Kanal für einen Führungsdraht („elevator channel“). Das Endoskop war nach den Vorgaben des Herstellers sachgerecht gereinigt worden, was die Kontamination jedoch nicht beseitigte. Erst eine Gassterilisation mit Ethylenoxid beseitigte die Keime.

Die Editorialisten William Rutala und David Weber von der Universität von North Carolina in Chapel Hill glauben, dass der Fall nur die Spitze eines Eisbergs ist. Sie fordern die Ärzte auf, weitere Fälle zu melden, um eventuell die Regeln für die Reinigung von Endoskopen zu verändern. Unterdessen gebe es aber keinen Grund, auf Untersuchungen mit Duodenoskopen zu verzichten, deren diagnostischer und therapeutischer Nutzen durch den Bericht nicht in Frage gestellt werde. © rme/aerzteblatt.de

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