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Politik

Dritter Ebola-Patient zur Behandlung in Deutschland eingetroffen

Donnerstag, 9. Oktober 2014

dpa

Leipzig - Im Leipziger Klinikum Sankt Georg wird seit Donnerstag ein Ebola-Patient aus Liberia versorgt. Bei dem Mann soll es sich um einen 56 Jahre alten militärischen UN-Mitarbeiter handeln, der aus dem Sudan stammt. Er war am Morgen per Flugzeug nach Leipzig gebracht worden. Informationen zum Zustand des Mannes wurden zunächst nicht gemacht. Er ist der dritte Ebola-Patient aus Westafrika, der in Deutschland behandelt wird.

Der Patient wird auf der Sonderisolierstation der Klinik für Infektiologie und Tropen­medizin behandelt. Teams aus jeweils einem Arzt und einer Pflegekraft in Schutzanzügen seien rund um die Uhr zur Betreuung des Mannes im Einsatz, teilte das Krankenhaus am Donnerstagvormittag mit. Vorrang habe es, die Lebensfunktionen zu stabilisieren und Komplikationen zu behandeln. Den Spezialisten steht nach Klinik-Angaben aber auch ein experimentelles, nicht zugelassenes Medikament zur Verfügung. Ob es tatsächlich zum Einsatz kommt, war zunächst offen.

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Für andere Patienten, Besucher oder die Öffentlichkeit bestehe keine Ansteckungs­gefahr, teilte das Krankenhaus mit. Die Sonderisolierstation besteht aus speziellen Unterdruckzimmern mit mehreren luftdicht abgeschotteten Schleusen. Nach Auskunft der Klinik gelangen weder Luft noch Abwasser ungefiltert nach außen.

Der Patient war am Donnerstagmorgen kurz nach 5.00 Uhr mit einem Spezialflieger am Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen. Der umgebaute Gulfstream-Jet verfügt über eine Isolationskammer und transportiert Ebola-Patienten aus Westafrika. Am Flughafen wurde der Mann von Helfern in Vollschutzanzügen in Empfang genommen. Er trug selbst einen Schutz, nur sein Gesicht war nicht bedeckt. Er wurde von Helfern gestützt und mit einem Krankenwagen und unter Polizeibegleitung in die Klinik gebracht.

Derzeit wird ein mit Ebola infizierter Arzt aus Uganda in Frankfurt/Main behandelt. Ein Erkrankter aus dem Senegal wurde nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen. © dpa/aerzteblatt.de

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