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Ausland

Diskussion um Pharmasponsoring von Patientenor­ganisationen

Donnerstag, 9. Oktober 2014

London – Patientenorganisationen sollten klarer darlegen, wie sie sich finanzieren. Das fordern die Journalisten Sophie Arie und Chris Mahony im British Medical Journal (doi: 10.1136/bmj.g5892). „Manche Patientenorganisationen erklären klar und für jeden zugänglich auf ihrer Webseite, durch welche Pharmafirmen sie finanzielle Unterstützung erhalten haben. Andere Patientenorganisationen verstecken diese Informationen eher oder veröffentlichen sie nur im Jahresbericht und auch dort nur als Gesamtsumme ohne Nennung einzelner Unternehmen“, so die Autoren.

Allerdings würden auch in Großbritannien die Stimmen lauter, die forderten, Patienten­organisationen müssten – wie jeder andere Sektor – transparenter über Sponsoring berichten. Das sei auch deshalb besonders wichtig, weil Patienten, die Öffentlichkeit und die Politik sie häufig als unabhängig erachteten.

Pharmaunternehmen in Großbritannien sind durch die Association of the British Pharma­ceutical Industry verpflichtet, alle finanzielle Unterstützung von Selbsthilfeorganisationen offenzulegen. Für Patientenorganisationen gilt eine ähnliche Verpflichtung im Augenblick nicht. „Patientengruppen haben im Zeitalter des Internets immer mehr Einfluss, sie werden oft nicht mehr von Patienten sondern von Profis gemanagt und ihr politischer Einfluss ist gewachsen“, so die Autoren des Beitrags.

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„Aber wenn die Patientenorganisationen ihr Sponsoring nicht offenlegen, wie soll man dann ihre Empfehlungen beurteilen können?“, fragt Angela Coulter, Direktorin der Health Services Research Unit an der Universität Oxford. Die Autoren weisen darauf hin, dass Pharmaunternehmen für viele Patientenorganisationen eine Haupteinnahmequelle seien. So seien Interessenkonflikte möglich.

Aber finanzielle Zuwendungen seien nicht die einzige Verbindung zwischen Pharmafirmen und Patentenorganisationen: Unternehmen nutzten beispielsweise die großen Datenbanken von Mitgliedern, um Informationen zu Patientenerfahrungen und -wünschen zu erhalten, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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