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Politik

Erkrankte Ebola-Helfer können aus Afrika zurückgeflogen werden

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat vor dem Gesundheits­ausschuss des Deutschen Bundestages bekräftigt, erkrankte freiwillige Helfer gegen die Ebola-Epidemie würden im Ernstfall aus Afrika ausgeflogen. Der CDU-Politiker betonte, wer krank und transportfähig sei, werde auch zurückgeholt: „Diese Zusage gilt. Punkt“, betonte der Minister. Allerdings könne die Bundeswehr das derzeit nicht übernehmen. Keine Armee der Erde verfüge über die nötigen Kapazitäten für solche Fälle, so Gröhe. Daher werde „ein privater amerikanischer Dienstleister“ genutzt, der dies im Ernstfall übernehme.

Flughäfen sind vorbereitet
Allerdings arbeiteten viele Institutionen gemeinsam an einer Rettungskette in deutscher Verantwortung. So werde eine Isolierzelle, die in einem Flugzeug transportiert werden könne, in gut einer Woche zur Verfügung stehen, noch bevor ein größerer Helfereinsatz anstehe. Eine weitere Möglichkeit zur Intensivbehandlung während des Fluges werde in den nächsten acht bis zehn Wochen geschaffen.

Vier Flughäfen hierzulande sind laut Gröhe auf Anflüge mit Ebola-Patienten oder Verdachtsfällen vorbereitet. Dort stünden Isolierstationen zur Verfügung. Manche Patienten seien allerdings gar nicht transportfähig. Die Zusage zur Rückholung stehe daher nicht im Widerspruch dazu, Patienten gegebenenfalls auch vor Ort zu behandeln.

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Rotes Kreuz ruft weiter Freiwillige zur Mithilfe auf
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat unterdessen erneut dazu aufgerufen, sich für einen Hilfseinsatz in den Ebola-Gebieten in Afrika zu melden. DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte der Bild-Zeitung heute: „Wir haben Gott sei Dank viele Anfragen. Aber wir haben derzeit noch bei weitem nicht genügend Bewerber mit medizinischem Hintergrund, die auch geeignet sind und für einen Einsatz in Westafrika infrage kommen.“

Nach dem gemeinsamen Aufruf von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Bundesärzte­kammer und DRK gebe es 1.459 Anfragen. Von den 281 konkreten Bewerbungen seien 97 grundsätzlich geeignet. "Die Bewerber müssen zum Beispiel tropentauglich sein und sehr gut Englisch sprechen", sagte Seiters. Gesucht würden vor allem Ärzte, Hebammen, Physiotherapeuten, Kranken- und Gesundheitspflegepersonal, Pharmazeuten, Labortechniker und Röntgenfachkräfte. Das DRK plant nach eigenen Angaben eine Behandlungsstation in Sierra Leone sowie in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr ein mobiles Krankenhaus in Liberia.

Die Europäische Union kündigte unterdessen an, man werde drei Transportflugzeuge mit Hilfsgütern in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Gebiete entsenden. Am morgigen Freitag soll die erste Maschine mit 100 Tonnen Hilfsmaterial an Bord von Amsterdam nach Sierra Leone starten.

Die Zeit läuft davon
„Bei der Bekämpfung von Ebola läuft uns die Zeit davon“, sagte die für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Allein die Europäische Kommission habe bisher Hilfen in Höhe von rund 180 Millionen Euro für die betroffenen Länder zugesagt.

Laut den jüngsten Zahlen der WHO vom 8. September wurden mehr als 4.293 Fälle gemeldet, darunter 2.296 Todesfälle. Liberia ist mit 2.046 gemeldeten Ebola-Patienten und 1.224 Toten am stärksten von der Epidemie betroffen. In Guinea wurden 862 Ebola-Fälle, darunter über 555 Todesfälle, verzeichnet. In Sierra Leone sind 1.361 Menschen erkrankt, 509 starben. Hinzu kommen 24 Erkrankungen und 8 Todesfälle in Nigeria und ein Fall in Senegal.   © hil/kna/aerzteblatt.de

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