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Knapp 750.000 Herz­katheter-Eingriffe pro Jahr in Deutschland

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Düsseldorf – Als „sehr gut“ hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Christian Hamm, das Versorgungsniveau bei den Herzkatheter-Untersuchungen in Deutschland bezeichnet. Im Jahr 2011 habe es 745.247 Eingriffen in 841 Kranken­häusern gegeben. „Gelegentlich pauschal erhobene Einwände, dass zu viele derartige Eingriffe durchgeführt werden, lassen sich anhand der Qualitätsdaten nicht nachvoll­ziehen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft zum Auftakt der DGK-Herbsttagung in Düsseldorf.

Er bezog sich damit auf eine Auswertung von Daten des Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (Aqua-Institut). 60,4 Prozent der Eingriffe dienten der Diagnose. „Eine Herzkatheter-Intervention ist für die meisten Herzinfarkt-Patienten die optimale und oft lebensrettende Behandlung“, so Hamm.

Er betonte, Herzkatheter-Interventionen seien in Deutschland sehr sicher. „Je nach Risiko liegt der Anteil unerwünschter Ereignisse während der Intervention zwischen 0,38 und 1,57 Prozent, wobei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ein fünfmal höheres Risiko hatten als Patienten ohne dieses“, so Hamm. Das gleiche gelte für Komplikationen nach dem Eingriff sowie für die Sterblichkeit im Krankenhaus. Während diese bei Patien­ten ohne akutes Koronarsyndrom zwischen 0,4 und 0,7 Prozent lag, verstarben bis zu 4,5 Prozent der Patienten mit akutem Koronarsyndrom .

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„Damit liegen die Ergebnisse in jenen Bereichen, die man aus anderen Ländern mit hochentwickelten Gesundheitssystemen kennt“, bewertete Hamm die Zahlen. Allerdings seien die Ergebnisse insofern bemerkenswert, als der Anteil der Patienten mit Herz­muskelschwäche in Deutschland höher sei als etwa in Schweden oder in Großbritannien. Bei herzinsuffizienten Patienten wären aber eigentlich schlechtere Ergebnisse zu erwarten. „Dennoch schneiden wir im Vergleich ungefähr so gut ab wie Schweden, und deutlich besser als das UK mit einer Sterblichkeit von 8,8 Prozent bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom“, so der DGK-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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