Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Marburger Bund und Deutscher Pflegerat fordern Erhalt der Versorgungszuschläge

Donnerstag, 9. Oktober 2014

dpa

Berlin - Der Marburger Bund (MB) und der Deutsche Pflegerat (DPR) haben die Pläne der Bundesregierung kritisiert, den gesetzlich festgelegten Versorgungszuschlag für Krankenhäuser auslaufen zu lassen. Konkret sehen die bisherigen Koalitionspläne vor, dass der Versorgungszuschlag in Höhe von 0,8 Prozent der Krankenhausentgelte zum Ende des Jahres 2014 ausläuft und durch Vereinbarungen auf Landesebene mit den sogenannten Mehrleistungsabschlägen verrechnet wird.

„Dadurch würden den Krankenhäusern im Jahresvergleich bis zu 500 Millionen Euro entzogen, die erst 2013 als Teil eines Hilfspakets beschlossen wurden“, kritisieren MB und DPR. Denn überall dort, wo weniger oder gar keine Mehrleistungen erbracht würden, könne der Wegfall des Versorgungszuschlages nicht ausgeglichen werden – finanzielle Defizite seien dann unvermeidbar.

Beide Verbände fürchten, dass die Krankenhäuser eine solche Minderung der Vergütung durch Einsparungen von mehreren tausend Pflege- und Arztstellen kompensieren würden.  „Ein derartiger Stellenrückgang wird den Leistungsdruck der Beschäftigten weiter erhöhen und die Krankenhausversorgung erheblich verschlechtern“, warnen MB und DPR.

„In den Krankenhäusern fehlt es überall an Personal. Wenn jetzt noch finanzielle Mittel entzogen werden, auf denen die Finanzierung der Kliniken basiert, wird sich das Problem weiter verschärfen“, kritisierte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Solange die Arbeiten der Bund-Länder-Kommission an der geplanten Finanzierungs­reform noch nicht abgeschlossen seien, beständen die Gründe für den pauschalen Versorgungszuschlag unverändert fort.

„Wir brauchen mehr Geld für Pflegepersonal und Hebammen in den Krankenhäusern und nicht weniger“, betonte der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus. „Allein in der Pflege müssten zusätzlich 50.000 Stellen eingerichtet werden, um den bestehenden Mangel an Pflegefachkräften auszugleichen.“

Die Bundesregierung will die Regelungen an das erste Pflegestärkungsgesetz anhängen. Sie sollen am Tag nach der dritten Lesung des Gesetzes in Kraft treten, voraussichtlich am 17. Oktober. © fos/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.09.17
Krankenkassen kündigen Vertrag zur Zentrenförderung
Berlin – GKV-Spitzenverband und Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben den Vertrag zur Finanzierung von Zentren mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) gekündigt. Eine......
19.09.17
Streit um Krankenhaus­finanzierung in Rheinland-Pfalz
Mainz – Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz müssen mehr Geld für Investitionen erhalten. Techniker Krankenkasse (TK) und Barmer bieten mehr finanzielle Unterstützung an, wollen aber zugleich mehr......
08.09.17
Mehr Geld für Hamburgs Krankenhäuser
Hamburg – Die Krankenhäuser in Hamburg erhalten in diesem Jahr rund zwei Millionen Euro mehr für die Ausbildung von Gesundheitsberufen als 2016. Darauf hat heute der Verband der Ersatzkassen (vdek)......
08.09.17
Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz erhalten zusätzliche Mittel für Investitionen
Mainz – Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz werden in diesem Jahr mit pauschalen Mitteln in Höhe von 51,2 Millionen Euro von der Landesregierung unterstützt. Das teilte das......
07.09.17
Strukturfonds für Krankenhäuser sorgt für Streit in Mecklen­burg-Vorpommern
Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern verzichtet nach Ansicht der Linksfraktion im Landtag auf Millionen Euro, die das Land aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Bundes zugestanden......
31.08.17
Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen wollen mehr Geld für Investitionen
Düsseldorf – Investitionen in neue medizinische Geräte, in die Cyber-Sicherheit der Klinik oder in moderne Räume – das kostet. Das Geld fehlt aber oft in gravierender Weise, beklagte heute die......
28.08.17
Wie die Parteien nach der Wahl die Krankenhaus­finanzierung verbessern wollen
Berlin – Krankenhausträger aber auch Ärzteverbände kritisieren seit Langem die unzureichende Investitionsfinanzierung der Kliniken durch die Bundesländer. „Wie plant Ihre Partei der unzureichenden......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige