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Medizin

Hohe kardiovaskuläre Risiken der Schizophrenie

Freitag, 10. Oktober 2014

New York – Menschen mit einer Schizophrenie haben bereits zu Beginn ihrer Psychose ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, das sich durch die medikamentöse Therapie weiter verschlechtern kam. Dies zeigen erste Ergebnisse einer Langzeitstudie in JAMA Psychiatry (2014; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2014.1314).

Das „Recovery After an Initial Schizophrenia Episode“ oder RAISE-Projekt will die Versorgung von Patienten mit Psychosen aus dem Spektrum der Schizophrenie verbessern. Eine Gruppe von Patienten soll möglichst frühzeitig und intensiv betreut werden. Das Ziel ist eine weitgehende Rehabilitierung der Patienten, die vor den langfristigen Folgen der Erkrankung auf das Sozial- und Berufsleben geschützt werden sollen.

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Eine Behandlung soll dabei nicht nur aus der Verordnung von Medikamenten bestehen. Die Patienten nehmen an psychosozialen Therapiesitzungen teil und erhalten zahlreiche Unterstützungen im Alltag. Das National Institute of Mental Health führt ein wissenschaftliches Begleitprogramm durch.

Schon eine der ersten Publikationen zeigt, dass die Ziele des RAISE-Projekts nicht so einfach zu erreichen sein werden. Die 394 Teilnehmer, über die Christoph Correll vom Zucker Hillside Hospital in Glen Oaks/New York berichtet, wiesen bereits zu Beginn der Behandlung erhebliche Gesundheitsstörungen auf. Obwohl das Durchschnittsalter erst bei 24 Jahren lag, waren 48,3 Prozent der Patienten übergewichtig oder fettleibig, 50,8 Prozent rauchten, 56,5 Prozent hatten eine Dyslipidämie, 39,9 Prozent eine Prähypertonie und 10,0 Prozent eine Hypertonie. Bei 13,2 Prozent stellten die Ärzte die Diagnose eines metabolischen Syndroms, das normalerweise erst im höheren Lebensalter auftritt.

Für Correll sind diese Veränderungen die Folge eines extrem ungesunden Lebensstils, da die Patienten zu Beginn der Behandlung  noch keine Medikamente erhalten hatten. Nach dem Beginn der Therapie verschlechterte sich das kardiovaskuläre Risikoprofil weiter. Unter der Behandlung mit Olanzapin kam es bereits nach kurzer Zeit zu einem Anstieg der Triglyzeride und zu einer zunehmenden Insulinresistenz.

Der Wirkstoff Quetiapin verschlechterte das Konzentrationsverhältnis von Triglyzeriden zu  HDL-Cholesterin. Die Patienten müssten intensiver als bisher über die Notwendigkeit eines gesunden Lebensstils aufgeklärt werden, findet Correll. Sie müssten mehr auf ihre körperliche Gesundheit achten, wenn sie spätere Gesundheitsschäden vermeiden wollen. In der Therapie sollten, wenn möglich, Medikamente bevorzugt werden, die das kardiovaskuläre Risiko nicht noch weiter erhöhen. © rme/aerzteblatt.de

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