NewsPolitikVerbandspräsident befürchtet Entprofessio­nalisierung der Pflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Verbandspräsident befürchtet Entprofessio­nalisierung der Pflege

Freitag, 10. Oktober 2014

Berlin – Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat vor negativen Auswirkungen der Reform der Pflegeversicherung gewarnt. Kurz vor der Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages seien erstaunliche Allianzen präsentiert worden, sagte Bernd Meurer in der aktuellen Ausgabe des verbandseigenen Magazins. Ausgerechnet das Kuratorium Deutsche Altershilfe, AOK und der Sozialverband Deutschland würden mit der Botschaft an die Öffentlichkeit treten, ein zweigeteilter Pflegemarkt habe überragende Vorteile für die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen.

Die Pflegereform sehe vor, mit der Hälfte der Pflegesachleistung künftig auch nicht zugelassene Leistungserbringer zu finanzieren, so der bpa-Chef. Versprochen werde mehr Leistung für das gleiche Geld. „Diese Rechnung kann aber nur dann aufgehen, wenn deutlich weniger für die eigentliche Versorgung gezahlt wird als bei einem zugelassenen Pflegedienst“, erklärte Meurer. Mehr Leistung könne daher nur weniger Lohn bedeuten, und weniger Lohn bedeute in diesem Fall, dass prekäre Arbeitsver­hältnisse entstehen würden.

Anzeige

„Wer an dieser Stelle mit dem Widerstand der Politiker rechnet, die ansonsten gerne über Qualitätsstandards, strengere Prüfungen, höhere Mindestlöhne, bessere Arbeitsplatzbedingungen, Aufwertung der Pflege und Tariflöhne diskutieren, wird enttäuscht“, verwies der Verbandspräsident.

Vor diesem Hintergrund weiter von einer Aufwertung der Pflege, besserer Bezahlung und Imagepflege zu sprechen, sei unredlich und werde so nicht mehr möglich sein. Meurer: „In der jetzigen Auseinandersetzung geht es schlicht darum, dass die meist illegale 24-Stunden-Beschäftigung im Privathaushalt künftig aus Mitteln der Pflegeversicherung bezahlt werden soll.“ © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2019
Berlin – Das in dieser Woche im Bundestag zur Abstimmung stehende Gesetz für höhere Pflegelöhne ist weiterhin sehr umstritten. Vertreter von Zusammenschlüssen privater Pflegeanbieter lehnten den von
Gesetz für höhere Pflegelöhne bleibt umstritten
18. Oktober 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat dafür geworben, die Leistungen von Familien bei der Pflegeversicherung mittelfristig stärker zu berücksichtigen. Dabei gehe es vor allem um eine
Spahn will Kinderlose stärker an Pflegeversicherung beteiligen
17. Oktober 2019
Potsdam – Die künftigen Koalitionäre von SPD, CDU und Grünen wollen in Brandenburg in den kommenden fünf Jahren mehr Polizisten, Richter sowie Staatsanwälte einstellen und Millionen in den Ausbau der
Rot-Schwarz-Grün in Brandenburg will Millionen für die Pflege
17. Oktober 2019
Bonn – Soziale Dienste und Organisationen haben den Vorschlag der DAK-Gesundheit zur Reformierung der Pflegeversicherung als positiven aber unzureichenden Ansatz bewertet. „Wir begrüßen das Konzept,
Soziale Organisationen: DAK-Reformvorschlag zur Pflegeversicherung geht nicht weit genug
16. Oktober 2019
Berlin – 25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung hat die DAK-Gesundheit eine grundlegende Reform zur finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen gefordert. Im Rahmen des heute vorgestellten
DAK-Gesundheit für Umbau der Pflegeversicherung
14. Oktober 2019
Stuttgart – 2.500 zusätzliche Plätze in der Kurzzeit- und Tagespflege sind aus Sicht der SPD in Baden-Württemberg notwendig. Sie möchte, dass über fünf Jahre jährlich 500 neue Plätze geschaffen und
SPD will zusätzliche Plätze in der Kurzzeit- und Tagespflege für Baden-Württemberg
10. Oktober 2019
Brandenburg – In der heißen Phase der Koalitionsverhandlungen will sich Rot-Schwarz-Grün auf einen höheren Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen in Brandenburg verständigen. Die Grünen stellen die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER