NewsMedizinValproinsäure: EMA bekräftigt Kontraindikationen in der Schwangerschaft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Valproinsäure: EMA bekräftigt Kontraindikationen in der Schwangerschaft

Freitag, 10. Oktober 2014

London – Neue Studien zu neuronalen Entwicklungsstörungen und die bekannte Teratogenität von Valproinsäure veranlassen die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die Kontraindikationen des Antiepileptikums Valproinsäure zu bekräftigen, das auch bei bipolaren Störungen und zur Behandlung und Prophylaxe von Migräneattacken eingesetzt wird.

Valproinsäure ist in der Schwangerschaft schon jetzt kontraindiziert. Die Verordnung an Frauen im gebärfähigen Alter setzt eine wirksame Verhütungsmethode voraus. Die deutschen Fachinformationen erwähnen diese Gegenanzeigen bereits, lassen aber Ausnahmen zu. Das Mittel darf in Situationen verordnet werden, in denen andere Behandlungen unwirksam sind oder nicht vertragen werden. Die jetzt vom Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA vorgeschlagene Regelung ändert daran nichts. Sie bekräftigt allerdings noch einmal die Risiken.

Anzeige

Die EMA hebt aktuelle Studien hervor, nach denen 30 bis 40 Prozent aller Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Valproinsäure behandelt worden waren, im Vorschulalter schwere Entwicklungsstörungen aufweisen, unter anderem ein verspätetes Laufen und Sprechen, Gedächtnisstörungen, Schwierigkeiten mit Reden und Sprachver­ständnis sowie eine verminderte Intelligenz.

Schon länger bekannt ist das erhöhte Risiko von Fehlbildungen. Die Prävalenz beträgt laut EMA bei intra-uterin exponierten Kindern 11 Prozent, darunter Neuralrohrdefekte und Gaumenspalten, gegenüber 3 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Darüber hinaus zeigen Studien, dass die exponierten Kinder dreimal häufiger an Autismus-Spektrum-Störungen und fünfmal häufiger an kindlichem Autismus erkranken als andere Kinder. Schließlich gebe es Hinweise, dass die Kinder auch häufiger unter der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leiden. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. August 2019
Berlin – Morgen tritt das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) in Kraft. Darauf hat heute das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hingewiesen. Die Reform soll die
Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung tritt in Kraft
13. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat angesichts vermehrter Berichte über Lücken in der Arzneimittelversorgung dazu aufgerufen, die Dimensionen des Problems in Apotheken
KV Nordrhein besorgt über zunehmende Arzneimittelknappheit
29. Juli 2019
Amsterdam und Bonn – Der Verdacht, dass der Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Agonist Fingolimod, der seit 2011 zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen ist, Fehlbildungen auslösen kann, hat
Fingolimod erhöht Risiko auf Fehlbildungen
25. Juli 2019
Potsdam – Der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm, dem das Landesgesundheitsamt nach dem Skandal um angeblich gestohlene Krebsmedikamente den Handel untersagte, fordert vom Land 70 Millionen Euro
Lunapharm fordert von Brandenburg 70 Millionen Euro
22. Juli 2019
Köln – Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt im Umfeld des Bayer-Konzerns wegen eines Todesfalls nach der mutmaßlichen Einnahme von Iberogast. Das berichten das Handelsblatt und Spiegel. „Der
Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Todesfall mit Iberogast
22. Juli 2019
Potsdam – Nach dem Skandal um möglicherweise gestohlene Krebsmedikamente hat der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm Entschädigung vom Land Brandenburg gefordert. „Es handelt sich um einen hohen
Lunapharm will Entschädigung vom Land
16. Juli 2019
London/Bonn – Die Verordnung von Methotrexat, das bei Autoimmunerkrankungen einmal wöchentlich, bei Krebserkrankungen jedoch täglich dosiert wird, soll künftig auf Ärzte beschränkt werden, die
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER