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Vermischtes

Endoskop erlaubt Entnahme flacher Adenome aus der Darmwand

Montag, 13. Oktober 2014

Berlin – Auf einen Forschungserfolg in der Endoskopietechnik hat die Deutsche Gesell­schaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hingewiesen. Gastroenterologen am Klinikum Ludwigsburg haben das „Full-Thickness Resection Device“ (FTRD, zu deutsch „Gerät zur Vollwandentfernung“) zusammen mit dem Tübinger Unternehmen Ovesco entwickelt. Es erlaubt, flache Adenome aus der Darmwand minimalinvasiv zu entfernen. „Mit der Technik könnte vielen Patienten die Risiken und Unannehmlichkeiten einer Operation erspart und Kosten im Gesundheits­system reduziert werden“, bewertet die Fachgesellschaft die Entwicklung.

Die meisten Adenome ragen in das Innere des Dickdarms hinein. Ärzte können sie bei der Darmspiegelung problemlos entfernen. Schwieriger wird dies bei flachen Adenomen, die sich nicht von der Darmwand abheben lassen. Für deren Entfernung müssen Betroffene sich laut der DGVS bislang einer Bauchoperation unterziehen.

Das neue FTRD ist eine Kappe, die auf die Spitze des herkömmlichen Endoskops gesetzt wird. Wenn der Arzt das Adenom bei der Darmspiegelung entdeckt, platziert er die Endoskopspitze über dem Adenom. Dann greift er dieses mit einer Zange und zieht es gemeinsam mit allen Schichten der Darmwand in die Kappe hinein. Im nächsten Schritt legt der Arzt einen speziellen Clip um den eingezogenen Darmabschnitt und schneidet ihn mit einer Schlinge heraus. „Der Clip ist ein Kurzzeit-Implantat und verhindert, dass sich ein Loch in der Darmwand bildet“, erläutert Karel Caca, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik I – Gastroenterologie/Hepatologie am Klinikum Ludwigsburg.

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Auch bei anderen Eingriffen könnte das Gerät künftig zum Einsatz kommen. „Es bietet sich zum Beispiel an, wenn Frühkarzinome im Darm nicht sicher komplett beseitigt wurden oder auch um kleine, unter der Schleimhaut gelegene Tumoren zu entfernen“, erklärt Caca. Auch Kinder sollen von der Entwicklung profitieren: Bei bestimmten Erkrankungen des Darmnervensystems wie dem Morbus Hirschsprung, sei für die Diagnostik eine Vollwandbiopsie notwendig. Eine solche Gewebsentnahme gelinge jetzt minimalinvasiv.

„Zwar muss sich die FTRD-Technik noch in größeren Studien bewähren“, sagte Christian Trautwein, Mediensprecher der DGSV. Unabhängig davon sei der Nutzen für die Patienten aber schon jetzt erkennbar.

© hil/aerzteblatt.de

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