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Ebola-Patient in Leipziger Klinik gestorben

Dienstag, 14. Oktober 2014

Leipzig – Erstmals ist in Deutschland ein Ebola-Patient gestorben. Der 56 Jahre alte UN-Mitarbeiter starb in der Nacht zum Dienstag auf der Isolierstation des Leipziger Klinikums St. Georg. „Trotz der intensiven medizinischen Betreuung und den höchsten Anstrengungen der Ärzte und Pfleger konnte der Tod nicht verhindert werden”, teilte die Klinik mit. Der Patient habe sich bereits bei seiner Ankunft in einem sehr kritischen Zustand befunden und am Klinikum eine lebensstabilisierende Behandlung erhalten.

Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht könnten keine näheren Angaben zu den Todesumständen gemacht werden, teilte das Krankenhaus weiter mit. Die Spezialisten dort hatten fünf Tage lang um das Leben des Sudanesen gekämpft.

Der Tote wird eingeäschert
Auf Anordnung des Leipziger Gesundheitsamts wird die Leiche des UN-Experten aus dem Sudan, der sich beim Kampf gegen die in Westafrika wütende Ebola-Seuche in Liberia angesteckt hatte, nun eingeäschert. „Alles andere lässt sich nicht verantworten”, sagte Stadt-Sprecher Matthias Hasberg.

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„Leichen sind genauso infektiös wie noch lebende Patienten.” Die Verantwortlichen seien sich des Problems bewusst, das der Mann Muslim sei und seine Religion keine Feuer­bestattung vorsehe. Aus Gründen des Infektionsschutzes komme in Einklang mit den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts ein anderes Vorgehen in diesem Fall allerdings nicht infrage

Der 56-Jährige war am vergangenen Donnerstag mit einem Spezialflugzeug aus Liberia nach Leipzig geflogen und seitdem unter schärfsten Quarantänemaßnahmen versorgt worden. Erste Symptome hatte er der Klinik zufolge am 3. Oktober in Liberia gezeigt, zwei Tage später sei die Diagnose Ebola sicher gewesen.

Bereits nach den ersten Untersuchungen sagten die Leipziger Ärzte, der Mann sei in einem extrem kritischen Zustand. Einschätzen wollten die Spezialisten die Überlebens­chancen ihres Patienten nicht. Die Krankheit nehme einen mehrphasigen Verlauf, hatte der Chefarzt der Klinik, Bernhard Ruf, erklärt und prognostiziert: „Ab Tag acht kann es massive Verschlechterungen geben.”

Auch die Sonderisolierstation selbst und alle Einrichtungsgegenstände und Geräte müssen nun in einem besonderen Verfahren desinfiziert werden, sagte der Würzburger Tropenmediziner August Stich.

Spezialisten würden Krankenhausräume, in denen Patienten mit hochansteckenden Krankheiten lagen, gründlich auswischen und mit Formalin begasen. Mindestens 24 Stunden müsse der Dampf einwirken, sagte der Professor weiter. Dann seien die Räume wieder gefahrlos nutzbar.  

Der UN-Mitarbeiter war der dritte Ebola-Patient, der nach Deutschland gebracht worden war. Ein Patient aus Uganda, der sich in Sierra Leone angesteckt hat, wird noch in Frankfurt/Main versorgt. Über seinen Zustand gibt es zurzeit keine neuen Informationen. Ein weiterer Patient war nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen worden.

In Leipzig war der Patient unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen auf der Sonder­isolierstation der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin behandelt worden. Für andere Patienten, Besucher oder die Öffentlichkeit bestand nach Klinikangaben keine Gefahr.

Gesundheitskontrollen am Londoner Flughafen begonnen
Die britischen Behörden begannen am Dienstag am Londoner Flughafen Heathrow mit den vorbeugenden Gesundheitskontrollen für Reisende aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern. Am Terminal One wurde bei allen Betroffenen Fieber gemessen und nach möglichen Kontakten mit Ebola-Patienten befragt.

Bis Ende der Wochen sollen die Kontrollen auch auf die anderen Terminals sowie auf den zweiten Londoner Flughafen Gatwick und die Bahnhöfe für den Eurostar-Zug ausgeweitet werden. Großbritannien ist das einzige EU-Mitglied, das derartige Kontrollen vornimmt. Frankreich plant strengere Kontrollen für Reisende aus Guinea. In den USA und Kanada wird an bestimmten Airports bereits strenger kontrolliert. Ein Ebola-Verdacht bei fünf Passagieren einer Maschine am Flughafen von Boston bestätigte sich nach offiziellen Angaben nicht.

Vorsichtiger Optimimus bei spanischer Patientin
Spanische Ärzte sind unterdessen "vorsichtig" optimistisch, dass die an Ebola erkrankte Krankenschwester der Madrider Klinik Carlos III. überleben wird. Teresa Romero habe die kritischen 14 Tage nach Ausbruch der Krankheit überlebt, sagte die behandelnde Ärztin Marta Arsuaga.

Noch nie zuvor ist eine Ebola-Epidemie mit so vielen Opfern in Afrika registriert worden. Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation sind bereits mehr als 4.000 Menschen an Ebola gestorben. © dpa/aerzteblatt.de

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