Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Verordnungs­zahlen für neue Hepatitis-C-Medika­mente schnellen in die Höhe

Dienstag, 14. Oktober 2014

Waldems-Esch/Berlin – Die neuen Proteasehemmer gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) wie Sofosbuvir (Sovaldi®) und Simeprevir (Olysio®) hatten die bislang als Medikation zur Behandlung der Hepatitis C eingesetzten Wirkstoffe Boceprevir (Victrelis®) und Telaprevir (Incivo®) schon nach drei Monaten überholt und haben sich jetzt auf hohem Niveau eingependelt. Das berichtet der Statistikdienstleister Insight Health auf der Basis von Rezeptdaten der gesetzlichen Krankenversicherung

In Deutschland sind 400.000 bis 500.000 Menschen mit HCV infiziert, der eine Hauptursache für Leberkarzinome und -transplantationen ist.

Mit der Zulassung von Sofosbuvir, einem Wirkstoff aus der Klasse der sogenannten NS5B-Polymerase-Inhibitoren, und Simeprevir erweiterte sich das Therapiespektrum für alle Hepatits-C-Patienten erheblich. Seit Einführung von Sofosbuvir und Simeprevir Anfang des Jahres sanken die Verordnungen der älteren Wirkstoffe Boceprevir und Telaprevir laut Insight Health von etwa 2.000 auf unter 60 Verordnungen pro Monat, während die neuartigen Substanzen im Augenblick monatlich bis zu 4.000 Verordnungen zeigen.

Der Preis, den der Hersteller Gilead Sciences für das im Februar auf den Markt gekommene Arzneimittel Sovaldi® von der gesetzlichen Krankenversicherung verlangt, hat große Diskussionen ausgelöst. „Der Apothekenverkaufspreis einer Packung Sovaldi mit 28 Tabletten beträgt 19.999,46 Euro. Je nach erforderlicher Therapiedauer kostet die Behandlung zwischen rund 60.000 und 120.000 Euro“, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag (Drucksachen-Nummer 18/2673).

Kritiker halten diesen Preis für maßlos überzogen. So hatte der Pharmakologe Andrew Hill von der Universität Liverpool gegenüber der Zeitschrift Science geschätzt, die Herstellungskosten einer zwölfwöchigen Therapie mit Sovaldi lägen bei 68 bis 136 US-Dollar.

Allerdings wird das Unternehmen nur im ersten Jahr nach der Markteinführung diesen Preis in Deutschland realisieren können. Ab dem zweiten Jahr gilt gemäß dem Arznei­mittel­markt­neuordnungs­gesetz (AMNOG) ein Preis, den der GKV-Spitzenverband und der Hersteller aushandeln.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.05.17
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat sich mit den gesetzlichen Krankenkassen auf eine neue Arznei- und Heilmittelvereinbarungen für das Jahr 2017 verständigt. KV und Kassen......
08.05.17
Berlin – Falsch oder missverständlich ausgestellte Rezepte sind kein Einzelfall und gefährden die Patientensicherheit. Eine Initiative zur Erhöhung der Rezeptqualität des Universitätsklinikums......
03.05.17
Strengere Regeln für Pharmareferenten verändern Verordnungsverhalten der Ärzte
Los Angeles – Die Einführung von Reglementierungen für Pharmareferenten hat an medizinischen Hochschulen in den USA den Anteil der Verordnung von Markenpräparate zugunsten von Generika gesenkt. Dies......
02.05.17
Medikamente heilen Hepatitis C nach Nieren­transplantation
Philadelphia – Die neuen direkt antiviralen Agentien (DAA) zur Behandlung der Hepatitis C könnten den Pool von Spenderorganen für die Nierentransplantation erweitern. Dies zeigen erste Ergebnisse......
26.04.17
Regressrisiko bei Verordnung neuer Arzneimittel: KBV fordert gesetzliche Klarstellung
Berlin – Die Erstattungspreise, die der GKV-Spitzenverband und Pharmaunternehmen im Rahmen des Nutzenbewertungsverfahrens für neue Arzneimittel vereinbaren, sollen über das gesamte zugelassene......
25.04.17
„Die Bundesregierung muss ihre Haltung zu Entschädigungs­zahlungen für HCV-Opfer überdenken.“
Gießen – Infolge des Skandals mit viruskontaminierten Gerinnungspräparaten haben sich in den 1980er-Jahren in Deutschland mehr als 4.000 Bluter mit Hepatitis C und HIV infiziert. Während der Bund den......
24.04.17
Genf – Weltweit sind schätzungsweise 325 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B- oder dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Obwohl beide Erkrankungen behandelt werden können, sind 2015 etwa 1,75......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige