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Ärzteschaft

Kardiologen unzufrieden über schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Dienstag, 14. Oktober 2014

Düsseldorf – Familie und Beruf sind für Kardiologen schwer vereinbar. „Ein Mangel an Kinderbetreuung, die ärztliche Dienstzeiten berücksichtigt, und unregelmäßige Arbeitszeiten führen dazu, dass sich vor allem Kardiologinnen für Teilzeitarbeit entscheiden müssen, sobald sie Kinder haben“, erläuterte Maike Bestehorn auf dem Herbsttreffen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Düsseldorf. Bestehorn ist Coautorin einer von der DGK beauftragten Studie „Familie und Kardiologie“. „Mittelfristig gefährdet diese Situation die medizinische Versorgung in Deutschland“, fasst sie die Kernaussage der Untersuchung zusammen.

Befragt wurden Ärztinnen und Ärzte mit und ohne Nachwuchs sowie Chefärzte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Untersuchung zeigt, dass die Rahmenbedingungen „denkbar schlecht sind, um Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren“, so die Autoren. Die Kinderbetreuung sei oft unflexibel und nicht an den Klinikbetrieb angepasst. Lösungen für Nacht- und Wochenenddienste gebe es nur sehr selten.

„Unsere Umfrage zeigt, dass 59 Prozent der Frauen mit Kindern Teilzeit arbeiten – bei den Männern sind es nur acht Prozent. Frauen mit Kindern stecken sich beruflich und akademisch niedrigere Ziele als Männer“, so Bestehorn.

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Nur etwa ein Drittel der Ärzte und Ärztinnen mit Kindern sind mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zufrieden, rund 40 Prozent sind deutlich unzufrieden, der Rest ist weder zufrieden noch unzufrieden. Auch die männlichen Befragten mit Kindern erkennen deutliche Defizite bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Ohne Änderung der Rahmenbedingungen bei der Kinderbetreuung wird auch in Zukunft regelmäßig ein Elternteil nur Teilzeit oder gar nicht arbeiten“, sagte Bestehorn. Das Fazit der DGK: „Sowohl die klassische Ausbildung zu Fachärztin oder Facharzt als auch die klassischen Karrierewege in der Medizin sind unter den gegebenen Bedingungen durchaus als familienfeindlich zu bezeichnen“.

© hil/aerzteblatt.de

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