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Medizin

Blutdruck in Deutschland sinkt

Dienstag, 14. Oktober 2014

dpa

Berlin – Diagnose und Therapie der arteriellen Hypertonie haben sich in Deutschland verbessert. Die Zahl der Hypertoniker ist zwar gleich geblieben, doch der durch­schnittliche Blutdruck der deutschen Bevölkerung ist gesunken, wie der Vergleich zweier Querschnittsuntersuchungen im Journal of Human Hypertension (2014; doi: 10.1038/jhh.2014.82) zeigt.

Im „German National Health Interview and Examination Survey 1998" (GNHIES98) hatte das Robert Koch-Institut (RKI) zwischen 1997 und 1999 ingesamt 7.124 Deutsche im Alter zwischen 18 und 79 Jahren befragt und medizinisch untersucht. Die Studie zur Gesundheit der Erwachsenen in Deutschland (DEGS1) hat zwischen 2008 und 2011 eine ähnliche Stichprobe an 7.095 Personen durchgeführt. Das Team um Privatdozentin Hannelore Neuhauser vom RKI hat beide Studien jetzt zur Frage der Hypertonie verglichen.

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Ergebnis: Der durchschnittliche Blutdruck der deutschen Bevölkerung ist systolisch von 129,0 auf 124,1 mm Hg gesunken. Besonders stark fiel der Rückgang mit 127,3 auf 120,8 mm Hg bei Frauen aus, während der Blutdruck bei Männern nur von 130,7 auf 127,4 mm Hg sank. Beim diastolischen Blutdruck fiel der Wert von 78,3 auf 73,2 mm Hg. Wiederum war der Rückgang bei Frauen (von 78,0 auf 71,2 mm Hg) stärker als bei Männern (von 78,5 auf 75,3 mm Hg).

Der Rückgang bedeutet allerdings nicht, dass die Deutschen gesünder leben und die Hypertonie-Risikofaktoren meiden: Die Gesamtzahl der Hypertoniker ist sogar leicht von 30 auf 32 Prozent angestiegen, womit fast ein Drittel aller Erwachsenen einen zu hohen Blutdruck hat.

Doch das Problembewusstsein ist gestiegen. Der Anteil der Hypertoniker, die ihren Blutdruck kannten, stieg von 69 auf 82 Prozent (von 74 auf 87 Prozent bei Frauen und von 65 auf 78 Prozent bei Männern).

Immer mehr Hypertoniker lassen ihren Blutdruck behandeln. Der Anteil an allen Hypertonikern stieg von 55 auf 72 Prozent (Frauen: 62 auf 79 Prozent, Männer: 48 auf 65 Prozent). Und immer häufiger werden hierbei auch die Zielwerte erreicht: Der Anteil der Hypertoniker mit medikamentös kontrollierter Hypertonie verdoppelte sich von 23 auf 51 Prozent (Frauen: 25 auf 58 Prozent, Männer: 20 auf 45 Prozent).

Nur in der jüngsten Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen gab es einen gegenteiligen Trend: Hier stieg der systolische Blutdruck in den zehn Jahren zwischen den beiden Umfragen um 1,5 mm Hg, ebenso nahm die Zahl der Hypertoniker zu, die in der Regel keine Medikamente einnahmen. Insgesamt konstatiert Neuhauser eine günstige Entwicklung. Der anhaltende Geschlechtsunterschied lasse jedoch noch Raum für weitere Verbesserungen. © rme/aerzteblatt.de

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