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Ausland

Zweite Pflegekraft in den USA mit Ebola infiziert

Mittwoch, 15. Oktober 2014

dpa

Dallas – In den USA hat sich eine zweite Pflegekraft mit Ebola angesteckt. Die Person hatte sich ebenfalls um den aus Liberia eingereisten Mann gekümmert, der vor einer Woche gestorben war, teilte die Gesundheitsbehörde von Texas am Mittwoch mit. Erneut wurden keine Einzelheiten zum Patienten bekannt, weder Alter noch Geschlecht. Eine Krankenschwester, die sich auch um den Liberianer gekümmert hatte, war am Sonntag als erster Fall einer Ebola-Übertragung innerhalb der USA bekanntgeworden.

Die nun erkrankte Pflegekraft meldete der Behörde zufolge am Dienstag Fieber, ein Test bestätigte die Infektion. Die Person sei sofort isoliert und zu möglichen Kontakten befragt worden. Alle Menschen, mit denen sie in Verbindung war, stünden unter Beobachtung, „je nachdem, wie eng der Kontakt war“. Wenige Stunden vor den ersten Symptomen hatte die Pflegekraft nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC einen Inlandsflug absolviert. Alle 132 Passagiere sollen nun vorsichtshalber ausfindig gemacht werden.

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Ansteckungsursache unklar
Die zuerst infizierte Krankenschwester hatte nach Angaben des Krankenhauses die vorgeschriebene Schutzkleidung aus Anzug, Handschuhen, Brille und Gesichtsmaske getragen. Ersten Vermutungen zufolge könnte sie sich beim Abnehmen der Maske angesteckt haben. Ärzte hatten die Sicherheitsvorkehrungen dennoch als effizient bezeichnet. Ob das nach dem zweiten Fall noch gilt, war zunächst unklar.

Der Chef der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), Tom Frieden, hatte bereits am Sonntag davor gewarnt, dass der Infektion der Kranken­schwester weitere Fälle folgen könnten. Aber auch er bezeichnete den Infektionsschutz der Mitarbeiter als jahrzehntelang erprobt. Bei der Betreuung von Ebola-Kranken werden demnach die Teams so klein wie möglich gehalten und die Mitarbeiter ständig überwacht. Zweimal am Tag würde Fieber gemessen.

Ebola-Sterblichkeitsrate liegt bei 70 Prozent
Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) teilte unterdessen mit, die Überlebenschancen für Ebola-Patienten in Westafrika seien offenbar niedriger als die offiziellen Zahlen vermittelten: Die Sterblichkeitsrate in den drei am schwersten betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone läge tatsächlich bei 70 Prozent.

Nach Angaben des stellvertretenden WHO-Chefs Bruce Aylward geben die offiziellen Zahlen von 8.914 Infizierten und 4.447 Toten die Realität nur unzureichend wieder, da viele Fälle im Dunkeln blieben. Um die wahre Todesrate zu ermitteln, müsse vielmehr das Schicksal von Patienten verfolgt werden. Bei der Überprüfung dieser Patienten, „von denen wir wussten, dass sie krank waren und deren Schicksal wir kannten“, sei in allen drei Ländern eine Sterblichkeitsrate von 70 Prozent ermittelt worden, sagte Aylward.

Laut dem WHO-Experten steigt die Zahl der Infizierten in den drei Ländern weiter unkontrolliert an. Derzeit liege sie bei rund Tausend pro Woche, bis Dezember dürfte sie auf „5.000 bis 10.000 Fälle pro Woche“ steigen, schätzte er. Umso wichtiger sei es, die WHO-Strategie durchzusetzen, die vorsieht, dass binnen 60 Tagen 70 Prozent der Bestattungen mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen und 70 Prozent der Verdächtigen sofort isoliert werden.

Mehr Behandlungsplätze und Fachpersonal benötigt
Der UN-Sondergesandte Anthony Banbury forderte eine bessere medizinische Ausrüs­tung für die Bekämpfung der Ebola-Epedemie. Bis Anfang Dezember würden unter anderem 2.700 zusätzliche Klinikbetten benötigt, sagte der Leiter der Ebola-Mission der UNO für Westafrika (Unmeer) am Dienstag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. „Wir brauchen mehr medizinisches Fachpersonal, eine bessere Logistik, Transportmittel, Mobiltelefone und Generatoren“, fügte Banbury hinzu. Es bestehe Bedarf an weiteren Diagnose-Laboren, Schutzanzügen und etwa tausend Fahrzeugen. Hierfür müssten die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt werden. © dpa/afp/kna/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Freitag, 17. Oktober 2014, 14:37

Ein Warnschuß für Geschäftsführer und QM-Beauftragte

Es ist meines Erachtens kein Zufall, daß gerade in den USA zum jetzigen Zeitpunkt die Basisreproduktionsrate bei Ebola genauso hoch ist wie in Westafrika. Der Umgang mit L4-Erregern gehört in die Hände von Fachleuten!!! Mich erschüttert, mit welcher Sorglosigkeit man angelernte Hilfskräfte bei einer derartigen Krankheit ins offene Messer laufen läßt. Selbstverständlich haben die Krankenschwestern Hygienefehler begangen, aber die Schuld ist nur zum geringen Teil bei ihnen zu suchen. Das Betroffene Krankenhaus hat sicher ein QM-System, aber von seiner Natur aus kann ein QM-System nur bei regelmäßig wiederkehrenden Prozessen die Qualität sichern. In einer unvorhergesehenen und kritischen Situation hilft nur gut ausgebildetes, gut ausgestattetes, umsichtiges und hoch motiviertes Fachpersonal. Aus gutem Grund gibt es in Deutschland nur wenige Zentren, die über die notwendige Ausstattung und das notwendige Fachpersonal verfügen, um solche Patienten aufzunehmen. Aus diesem Grund betrachte ich es auch als Übernahmeverschulden, daß das betroffene Krankenhaus den Patienten nach der Diagnosestellung weiterbehandelt hat. Ich verstehe nicht, was den dortigen Ärztlichen Direktor und Geschäftsführer bewogen hat, den Patienten dort zu behalten, der Aufwand und die Vorhaltekosten bei L4-Erregern sind derartig hoch, daß sich damit kein Geld verdienen läßt. Nicht umsonst gehört der Umgang mit L4-Erregern in den meisten Ländern zu den hoheitlichen Aufgaben.
Falls die betroffenen Krankenschwestern die Infektion überleben, kann ich ihnen nur raten die o.g. Personen in ihrem Krankenhaus wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verklagen.
LNS

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