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AOK veröffentlicht Klinikvergleich zu Blinddarm-OPs

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Berlin – Die AOK hat ihren Krankenhausnavigator aktualisiert und erweitert: Ab sofort hält das Online-Portal auch Informationen über die Qualität der Kliniken bei Blind­darmentfernungen bereit. Außerdem hat die Krankenkasse die Klinikergebnisse zu allen anderen bewerteten Operationen auf den neuesten Stand gebracht.

Der AOK zufolge gibt es bei einer Appendektomie oftmals genug zeitlichen Vorlauf, um sich vorher über die Klinik zu informieren. „Diese Möglichkeit sollten Patienten nutzen“, sagte AOK-Vorstand Uwe Deh. Es handele sich zwar um einen Routineeingriff, der in Deutschland jedes Jahr knapp 140.000 Mal durchgeführt werde, trotzdem könne es dabei zu Komplikationen kommen.

Demnach traten laut Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) bei 5,69 Prozent der behandelten Patienten nach der OP Komplikationen auf (jeder 18. Patient). So kam es zu ungeplanten Folgeeingriffen innerhalb von 90 Tagen (bei 3,63 Prozent der Patienten) oder es traten Komplikationen auf (bei 4,16 Prozent der Patienten), wie ein Wiederaufreißen der Wunde, Infektionen oder eine Blutvergiftung.

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„Besonders bemerkenswert sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kliniken“, erklärte Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. So liegt der Analyse zufolge im besten Viertel der Kliniken der Anteil der Patienten mit Komplikationen unter 3,23 Prozent (jeder 31. Patient), während das Viertel der Kliniken mit den schlechtesten Ergebnissen eine Komplikationsrate von 7,88 Prozent aufweist (jeder 13. Patient).

In den schlechten Kliniken waren damit mehr als doppelt so viele Patienten von Komplikationen betroffen wie im besten Viertel. Die Ergebnisse der Qualitätsmessung zeigten dringenden Handlungsbedarf, mahnte Deh. „Das Verfahren funktioniert, wir können schon heute die Ergebnisqualität der Kliniken messen“, so der AOK-Vorstand. Daher empfehle sich die Methode auch für das geplante Qualitätsinstitut, das ein verpflichtendes Verfahren schaffen soll.

„Wir dürfen aber nicht warten, bis es seine Arbeit aufgenommen und erste Ergebnisse geliefert hat – dann warten wir nämlich bis 2016 oder noch länger“, unterstrich Deh. Im Interesse der Patienten sollten Qualitätskriterien auch schnell Eingang in die Kranken­hausplanung finden, forderte der Vorstand. © hil/aerzteblatt.de

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