NewsMedizinEbola: 21 Tage Quarantäne zu kurz?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ebola: 21 Tage Quarantäne zu kurz?

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ebola-Virus dpa

Philadelphia – Die derzeit von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) empfohlene Beobachtungs- und Quarantänezeit für Menschen, die mit Ebolaviren exponiert waren, könnte nach Ansicht eines US-Forschers zu kurz sein. Nach seinen Berechnungen in PLOS Currents Outbreaks (2014; doi: 10.1371/currents.outbreaks) könnten bis zu 12 Prozent der Infizierten das Virus noch zu einem späteren Zeitpunkt weitergeben.

Die WHO gibt die Inkubationszeit der Ebola-Infektion mit 2 bis 21 Tagen an und rät, Kontaktpersonen bis zu 21 Tage zu beobachten beziehungsweise unter Quarantäne zu stellen. Die Angaben beruhen laut Charles Haas, einem Umweltingenieur am Drexel College of Engineering in Philadelphia, vor allem auf den Erfahrungen früherer Epide­mien in Zaire (1976) und Uganda (2000). Die Analyse früherer Ausbrüche legt laut Haas jedoch die Möglichkeit einer längeren Inkubationszeit nahe. Er befürchtet, dass bis zu 12 Prozent der Infizierten das Virus auch noch nach dem Ende der 21-tägigen Beobach­tungszeit übertragen könnten.

Anzeige

Ob sich Haas mit seinen Bedenken durchsetzt, bleibt abzuwarten. Das WHO Response­team hatte am 23. September auf der Basis von 4.507 Patienten die Inkubationszeit der aktuellen Epidemie auf 11,4 Tage geschätzt. Nach den Berechnungen der Forscher sollten 95 Prozent der Patienten innerhalb von 21 Tagen nach der Exposition erkranken (NEJM 2014; doi: 10.1056/NEJMoa1411100). Dies schließt eine spätere Übertragung im Einzelfall nicht aus. Die 95 Prozent-Grenze gilt jedoch als vernünftiger Kompromiss zwischen Sicherheit und Kosten der Maßnahmen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. November 2018
Köln – Der Malteser Hilfsdienst befürchtet einen Ebolaausbruch auch in Uganda. Die Krankheit habe in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo seit Juli bereits 333 Menschen infiziert, teilte das
Hilfsdienst warnt vor Ebola-Epidemie in Uganda
12. November 2018
Kinshasa – Im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Ebolatoten weiter gestiegen. Seit August seien 291 Ebolafälle bestätigt und 201 Todesfälle gemeldet worden, teilte das
Bereits mehr als 200 Tote durch Ebola im Kongo
8. November 2018
Berlin – Deutschland stockt seine Hilfe für den Kampf gegen die Ebolakrankheit im Kongo erneut auf. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn sagte der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) weitere 1,9 Millionen
Deutschland stockt Hilfe für Kampf gegen Ebola im Kongo auf
6. November 2018
Freiburg – Wissenschaftler des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Freiburg haben im Tiermodell entschlüsselt, wie eine gegen ein Virus gerichtete Immunantwort durch eine zeitgleich
Warum eine Doppelinfektion mit Bakterien und Viren oft besonders aggressiv ist
29. Oktober 2018
Beni – Nach dem Ebolaausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Zahl der Todesopfer auf 164 erhöht. Insgesamt seien in der Provinz Nord-Kivu seit Anfang August 257 Ebolafälle
164 Menschen im Kongo an Ebola gestorben
22. Oktober 2018
Brüssel – Die Europäische Union stellt 7,2 Millionen Euro zur Bekämpfung von Ebola im Kongo bereit. „Wir müssen den Kampf gegen das Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo gewinnen, wo es
EU gibt 7,2 Millionen für Kampf gegen Ebola im Kongo
18. Oktober 2018
Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich nach Beratungen mit Experten des Krisenausschusses gestern Abend dagegen entschieden, den internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Man sei
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER