NewsMedizinÖsophagus: Adenokarzinom weltweit bei Briten am häufigsten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ösophagus: Adenokarzinom weltweit bei Briten am häufigsten

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ösophaguskarzinom: Risikofaktor Alkoholkonsum dpa

Lyon – Das Ösophaguskarzinom wird in Krebsstatistiken häufig als Einheit geführt, obwohl Plattenepithel- und Adenokarzinom grundverschieden sind, was sich einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Gut (2014; doi: 10.1136/gutjnl-2014-308124) zufolge auch in der weltweit unterschiedlichen Verbreitung der beiden Malignome zeigt.

Das Ösophaguskarzinom ist weltweit die achthäufigste Krebserkrankung. Die IARC schätzt, dass 2012 weltweit 456.000 Menschen daran erkrankt und 400.000 daran gestorben sind, was nicht zuletzt ein Licht auf die ungünstige Prognose von Krebser­krankungen der Speiseröhre wirft. Die Mehrzahl der Ösophaguskarzinome entfällt auf das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom.

Anzeige

Adenokarzinome entstehen im unteren Drittel der Speiseröhre häufig auf dem Boden einer Barrett-Läsion, die Folge eines gastro-ösophagealen Refluxes ist. Das Platten­epithelkarzinom ist dagegen in den oberen zwei Dritteln der Speiseröhre lokalisiert. In den westlichen Ländern ist es vor allem mit dem Rauchen und einem hohen Alkohol­konsum assoziiert, in weniger entwickelten Ländern sind heiße Getränke ein Risikofaktor, so Mate in Lateinamerika oder extrem heißer Tee in Südchina. Im Iran wird das Platten­epithelkarzinom auch mit einem Opiumkonsum in Verbindung gebracht. Armut und die damit verbundene schlechte Mundhygiene gelten ebenfalls als wichtige Risikofaktoren.

Da immer weniger Menschen in den westlichen Industrieländern rauchen, ist das Plattenepithelkarzinom hier seltener geworden. Nach den Recherchen von Melina Arnold vom IARC in Lyon entfallen heute 80 Prozent aller Erkrankungen auf ärmere Länder. Am häufigsten ist das Plattenepithelkarzinom in Ost- und Südostasien, gefolgt von Afrika südlich der Sahara und Zentralasien. Die Rangliste der einzelnen Länder wird von Malawi, Turkmenistan, Kenia, der Mongolei und Uganda angeführt. Männer erkranken weltweit 2,7-fach häufiger als Frauen, in Osteuropa beträgt der Faktor sogar 7,8.

Das Adenokarzinom ist dagegen eher ein Krebs der reicheren Länder. Am höchsten ist die Inzidenz in Nord- und Westeuropa, Nordamerika und Ozeanien, am niedrigsten in Ost- und Südostasien und in Afrika südlich der Sahara. Die Rangliste wird angeführt von Großbritannien, den Niederlanden, Irland, Island und Neuseeland (in Deutschland ist die Inzidenz etwas niedriger). Der wichtigste Risikofaktor ist die Adipositas als Auslöser eines gastroösophagealen Refluxes, aber auch Infektionen des Magens mit Helicobacter pylori könnten eine Rolle spielen. Männer erkranken vierfach häufiger, in Nordamerika beträgt das Verhältnis sogar 8,5 zu 1. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Göttingen – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFO) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für vier Jahre mit rund 5,9 Millionen Euro. Ziel der
Millionenförderung für Göttinger Wissenschaftler zur Erforschung des Pankreaskarzinoms
8. September 2020
Berlin – Die Krebsregister müssen seitens der Politik stärker finanziell gefördert werden. Diesen Appell formulierte Thomas Seufferlein, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, heute im Rahmen
Krebsgesellschaft mahnt stärkere Unterstützung für Register an
8. September 2020
Leipzig – Bauchchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) setzen Modelle aus dem 3D-Drucker ein, um komplexe Operationen zu planen. Das hat die Uniklinik Leipzig mitgeteilt. „Das kleine Becken
Leipzig: Modelle aus dem 3D-Drucker helfen bei schwierigen Tumoroperationen
2. September 2020
Berlin – Therapienotwendige Biomarkeruntersuchungen im Krankenhausbereich sollten regelhaft erstattet werden. Dafür haben sich heute mehrere Fachgesellschaften ausgesprochen. Unter Federführung der
Erstattung therapienotwendiger Biomarkeruntersuchungen im Krankenhausbereich gefordert
5. August 2020
Brüssel – Gemeinsam mit Experten verschiedener Disziplinen hat die European Academy of Cancer Sciences (EACS) einen Maßnahmenkatalog zur Krebsbekämpfung entwickelt. Ihren Aktionsplan stellten die
Experten stellen europäischen Aktionsplan zur Krebsbekämpfung vor
3. August 2020
Hamburg – Nur knapp jeder fünfte gesetzlich Krankenversicherte geht während eines Jahres zum Hautkrebsscreening. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).
Hautkrebs: Nur jeder Fünfte geht zum Screening
30. Juli 2020
Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert den Erhalt der Krankenkassenzuschläge für Brustkrebszentren. Die im vergangenen Jahr vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossene
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER