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Arzt wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch verhaftet

Freitag, 17. Oktober 2014

Augsburg/Hannover – In Augsburg ist ein Kinderarzt wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verhaftet worden. Der 39 Jahre alte Assistenzarzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) soll sich zwischen Juni 2012 und August 2014 mindestens vier Mal in München, Augsburg und im Raum Hannover an Jungen vergangen haben. Insbesondere das Verbrechen an einem Fünfjährigen im nieder­sächsischen Garbsen sorgte im Sommer für Schlagzeilen. Der Junge war in ein Auto gelockt, missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten am Donnerstag in Augsburg über das Vorgehen des Täters: „In allen Fällen näherte sich der mutmaßliche Täter Buben im Alter von vier bis sieben Jahren und überredete diese, sich zu entkleiden. Anschließend nahm er sexuelle Handlungen sowohl an den Kindern als auch an sich selbst vor.“ Derzeit werde geprüft, ob der verhaftete Arzt für weitere Übergriffe auf Kinder infrage komme. Dazu hatte ein Ermittlerteam der Kriminalpolizei am Mittwoch in der MHH die Personalakte des Verdächtigten sowie  Arbeitszeitnachweise beschlagnahmt.

MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg zeigte sich „betroffen und fassungslos“ über den Verdacht. Gleichzeitig betonte er, dass derzeit nichts darauf hinweise, dass der Verdächtige Kinder auf der Kinderintensivstation der Klinik belästigt habe. „Wir haben keinerlei Beschwerden, dass es zu Auffälligkeiten gekommen ist“, unterstrich Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensiv­medizin. Aufgrund der Organisationsstruktur und der baulichen Gegebenheiten bleibe eine Person zudem niemals über einen längeren Zeitraum mit einem Kind allein.

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Die Staatsanwaltschaft Augsburg bestätigte, dass es bislang keine Hinweise gebe, dass der mutmaßliche Täter sich in den Krankenhäusern, in denen er arbeitete, an Kindern vergangen haben könnte. „Die bekannten Fälle haben sich nicht in Kliniken zugetragen“, sagte Christian Engelsberger, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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