Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Sport beugt Depressionen vor

Montag, 20. Oktober 2014

dpa

London – Erwachsene, die sich wenig bewegen, leiden im Alter von 50 Jahren häufiger an Depressionen. Eine Steigerung der sportlichen Aktivität in jüngeren Jahren konnte dies in einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Psychiatry (2014; doi:10.1001/jamapsychiatry.2014.1240) verhindern.

Die 1958 National Child Development Study begleitet eine Gruppe von 17.000 Briten, die während einer Woche des Jahres 1958 geboren wurden. Die Teilnehmer geben regel­mäßig Auskunft zu ihren Lebensumständen. Im Alter von 23, 33, 42 und 50 Jahren füllten sie auch einen Fragenbogen zur psychischen Befindlichkeit (Malaise Inventory) aus. Snehal Pinto Pereira vom University College London hat sie zur körperlichen Aktivität in Beziehung gesetzt, zu der die Teilnehmer ebenfalls regelmäßig befragt wurden.

In den meisten Altersgruppen gaben Teilnehmer, die sich viel bewegten, weniger depressive Symptome an, berichtet Pereira. Diese Assoziation war bereits im Alter von 23 Jahren nachweisbar. Sie war aber keine unabänderliche Gesetzmäßigkeit. Es gab durchaus Teilnehmer, die in den Folgejahren ihre körperliche Aktivität verstärkten: Jede zusätzliche Aktivitätseinheit pro Woche reduzierte dann das Depressionsrisiko um 6 Prozent. Bei drei wöchentlichen Aktivitäten sank das Risiko sogar um 16 Prozent.

Diese günstige Wirkung war Pereira zufolge in allen Gruppen nachweisbar und nicht etwa nur bei Menschen mit einer vermehrten Neigung zur Depression. Die Studie kann eine Kausalität letztlich nicht beweisen. Es bleibt möglich, dass eine depressive Ver­stimmung die Teilnehmer von sportlichen Aktivitäten abhielt und sie nach einer Erholung wieder mehr Freude am Sport fanden.

Tatsache ist aber, dass sich die meisten Menschen zu wenig bewegen. Pereira schätzt den Anteil in England auf 19 Prozent bei den Männern und 26 Prozent bei den Frauen. Mehr Bewegung könnten nicht nur ihre seelische Gesundheit fördern, sondern auch ihre Fitness verbessern, meint Pereira. Sie ist nicht die erste Forscherin, die hier einen Zusammenhang vermutet. Bekanntlich haben schon die alten Römer gehofft, dass sich in einem gesunden Körper ein gesunder Geist befinde („mens sana in corpore sano“).

© rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.05.17
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) stellt ab sofort eine Kurzfassung der kombinierten S3-Leitlinie/Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) zur Unipolaren Depression bereit.......
15.05.17
Chemotherapeutikum könnte Anfälligkeit für Depression erhöhen
London – Ein Chemotherapeutikum, das zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt wird, könnte die Anfälligkeit für eine Depression erhöhen. Das meinen Forscher des King’s College London unter der......
08.05.17
Osaka – Ein Medikament, das direkt am Serotoninrezeptor ansetzt, könnte künftig eine Therapieoption für Patienten werden, die nicht auf klassische Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) ansprechen. Über......
07.04.17
Berlin – Die WHO geht aktuell davon aus, dass weltweit rund 322 Millionen Menschen von Depressionen betroffen sind. In Deutschland allein sind es rund vier Millionen. „Die Sorge vor Stigmatisierung......
06.04.17
Depression: Weltgesundheitstag will Vorurteile und Ängste abbauen
Berlin – Der diesjährige Weltgesundheitstag zum Thema Depression will besser über die Krankheit aufklären. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 5,3 Millionen Menschen an einer......
05.04.17
Depression trotz Häufigkeit weiterhin stigmatisierte Erkrankung
Berlin – Ärzte und psychologische Psychotherapeuten können Depressionen meist erfolgreich behandeln. Allerdings erhalten noch immer zu wenige Betroffene professionelle Hilfe. Darauf hat die......
16.03.17
Yoga und kontrollierte Atmung lindern Depression in Studie
Boston – Die Kombination aus Yoga-Stellungen mit anschließenden „kohärenten“ Atemübungen hat in einer kleinen randomisierten Studie im Journal of Alternative and Complementary Medicine (2017; doi:......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige