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Politik

World Health Summit: Eröffnung ganz im Zeichen von Ebola

Montag, 20. Oktober 2014

Frank Walter Steinmeier /dpa

Berlin – Ein abgestimmtes internationales Vorgehen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika hat Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) anlässlich der Eröffnung des 6. World Health Summit (Weltgesundheitsgipfel) heute Abend in Berlin gefordert. „Wahrscheinlich ist der Vorwurf richtig, dass wir die Größe und Dynamik der Epidemie unterschätzt haben“, erklärte er vor den rund 1.000 Teilnehmern aus 80 Ländern. Das mache es aber umso wichtiger, dass jetzt alle zusammenarbeiteten, um den Ausbruch zu stoppen.

Steinmeier betonte, dass die Bundesregierung 100 Millionen Euro im Kampf gegen die Seuche zur Verfügung stelle, von der zurzeit fast 9.000 Menschen vor allem in Guinea, Liberia und Sierra Leone betroffen sind. Gut 4.400 Menschen sind an der Viruser­krankung bislang gestorben. Die Maßnahmen der Bundesregierung seien Teil der von den Vereinten Nationen und der Welt­gesund­heits­organi­sation koordinierten Hilfe. Dazu gehöre die von der Bundeswehr betriebene Luftbrücke, die Hilfsgüter von Dakar in die liberische Hauptstadt Monrovia transportiert, ebenso wie die Ausbildung von Helfern im Umgang mit Erkrankten und dem Schutz vor Ansteckung.

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Außerdem unterstütze die Bundesregierung das Rote Kreuz beim Aufbau von Behand­lungs­zentren mit mehr als 200 Betten. Der neu ernannte Sonderbeauftragte für Ebola, der deutsche Botschafter in Venezuela Walter Lindner, solle dabei die deutschen Hilfen  koordinieren. Lindner wird morgen in einer Sonderveranstaltung des World Health Summit über die Lage in den betroffenen Regionen berichten. Steinmeier kündigte außerdem an, dass die Außenminister der Europäischen Union morgen über eine bessere Koordination von EU-Hilfe beraten werden.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) erklärte bei der Eröffnungs­veran­staltung, die aktuelle Ebola-Epidemie stelle eine Bedrohung ungeahnten Ausmaßes dar. Wie Steinmeier betonte auch Gröhe, dass Deutschland seine Anstrengungen im Kampf gegen das Virus ausweiten werde. Die grenzüberschreitende Bedrohung durch Infektionen wie diese zeige, dass die Bundesregierung mit ihrem Konzept zur globalen Gesundheit auf dem richtigen Wege sei, so der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter.

Sein Vorgänger im Amt, Daniel Bahr (FDP), hatte es im vergangenen Jahr beim World Health Summit vorgestellt. Das Konzept, so Gröhe, messe der Bekämpfung grenz­überschreitender Gesundheitsgefahren besondere Bedeutung zu. Außerdem bekenne sich die Bundesregierung darin zum Recht auf Gesundheit weltweit, in dessen Umsetzung die Vereinten Nationen und die Welt­gesund­heits­organi­sation eine entscheidende Rolle spielten.

Die an Ebola erkrankte spanische Krankenschwester hat das Virus offenbar besiegt: Ein erster Test bei Teresa Romero sei am Sonntag negativ gewesen. Dies gab die Ebola-Experten­kommission der spanischen Regierung am Sonntag­abend in Madrid bekannt. Ein zweiter Test innerhalb von 48 Stunden solle diesen Befund bestätigen, teilte eine Sprecherin der Familie der Patientin in der Carlos-III-Klinik mit. Die 44-Jährige hatte sich bei der Behand­lung eines Ebola-Kranken, der aus Westafrika nach Spanien ausgeflogen worden war, mit dem Virus infiziert. Dies war die erste Ebola-Übertragung von Mensch zu Mensch in Europa gewesen.

Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Eröffnung des World Health Summit hatte sich der Ebolaspezialist und Leiter des Instituts für Virologie der Universität Marburg, Hans-Dieter Klenk, kritisch über die mangelnden Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs geäußert.

Seit zehn Jahren gebe es experimentelle Impfstoffe, die bislang nicht klinisch geprüft worden seien. „Wir hätten womöglich viele Leben retten können, wenn die Impfstoffe früher weiter

­

entwickelt worden wären“, sagte Klenk.

Er bezweifelt, dass eine Impfung den Ausgang der aktuellen Epidemie noch beeinflussen kann. Ein erster Impfstoff werde seit September getestet. Ein zweiter Kandidat gehe im November in die klinische Prüfung. Diese dauere aber in der Regel bis zu einem Jahr. Bis dahin hoffe man, den jüngsten Ausbruch unter Kontrolle zu haben.

Ärztliche Spitzenverbände rufen zu einer Gemeinschaftsaktion gegen Ebola auf

Freiwillige medizinische Helfer können sich beim DRK melden: https://drkhrnet.drk.de/Home Berlin – 16 ärztliche Spitzenverbände haben heute in Berlin Maßnahmen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie beraten. Sie rufen zu einer internationalen Gemeinschaftsaktion zur Eindämmung der Epidemie in Westafrika auf.

© HK/aerzteblatt.de

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