NewsMedizinNutzen von Biomarker-Test für Brustkrebs­patientinnen unklar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Nutzen von Biomarker-Test für Brustkrebs­patientinnen unklar

Montag, 20. Oktober 2014

Köln – Der Nutzen eines Tests auf die Biomarker uPA und PAI-1 im Tumorgewebe bleibt für Patientinnen mit Brustkrebs unklar. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). „Da geeignete Studien fehlen, bleibt für Patientinnen mit einem mittleren Rückfallrisiko unklar, welchen Nutzen oder Schaden eine auf diesen Test gestützte Behandlungsstrategie für sie haben kann“, hieß es aus dem Institut.

Nach einer Operation kann das Risiko für ein Tumorrezidiv niedrig, mittel oder hoch sein. Onkologen greifen daher zu adjuvanten Therapien, um das Rezidivrisiko zu verringern und das Überleben zu verlängern, zum Beispiel zu Chemotherapien. Kriterien dafür, ob eine solche zum Einsatz kommt, sind bislang unter anderem das Alter der Patientinnen, die Anzahl der befallenen Lymphknoten und der Grad der Entartung der Tumorzellen.

Während bei einem niedrigen Rezidivrisiko in der Regel keine Chemotherapie indiziert ist, raten Ärzte bei einem hohen Rezidivrisiko fast immer zu einer adjuvanten Therapie. Bei Patientinnen mit einem mittleren Risiko ist die Situation oft unklar. Wissenschaftler haben für diese Patientinnen Biomarker-Tests entwickelt, damit Ärzte auf ihrer Grundlage bessere Therapieentscheidungen treffen können und Patientinnen gegebenenfalls eine belastende Chemotherapie erspart bleibt.

Anzeige

Solche Biomarker könnten die beiden Proteine Urokinase-Typ Plasminogen-Aktivator (uPA) und sein Inhibitor PAI-1 sein. Beide sind maßgeblich an Stoffwechselprozessen im Tumor beteiligt. Die IQWiG-Wissenschaftler haben geprüft, ob sich die beiden Proteine als sogenannte prädiktive Marker eignen und sich Behandelnde und Patientinnen bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie auf das Ergebnis entsprechender Tests stützen können.

Sie konnten allerdings laut ihrem Abschlussbericht nur eine relevante Studie dazu heranziehen – und ihr Design war nicht geeignet, die Fragestellung des Berichts umfassend zu beantworten. „Mangels geeigneter Studien bleibt deshalb unklar, welchen Nutzen oder Schaden eine auf uPA und PAI-1 gestützte Strategie zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie hat“, lautet deshalb das Fazit der Kölner Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. Oktober 2019
Bremen – Scharfe Kritik an einer Empfehlung im British Medical Journal (BMJ) zum Darmkrebsscreening hat das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) geübt. In dem Beitrag
Präventionsforscher betonen Bedeutung des Darmkrebsscreenings
2. Oktober 2019
Berlin – Als hohe Priorität für die nächste Europäische Kommission hat die designierte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides den Kampf gegen Krebs bezeichnet. „Es gibt kaum Familien in Europa,
Designierte EU-Gesundheitskommissarin will Kampf gegen den Krebs vorantreiben
27. September 2019
Heidelberg – Die Genetik spielt beim familiär erhöhten Darmkrebsrisiko offenbar eine weniger wichtige Rolle als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine epidemiologische Studie des Deutschen
Beim familiären Darmkrebsrisiko werden die Gene überschätzt
18. September 2019
Düsseldorf – Kohlenstoff-Nanopartikel werden nach der Aufnahme in die Zelle in sogenannten Lysosomen gespeichert und verändern die Genexpression nicht nennenswert – zumindest nicht in den den ersten
Was mit Nanopartikeln in der Zelle geschieht
18. September 2019
Erlangen – Mit einem zwei Tonnen schweren Magnetroboter sollen künftig Krebszellen effektiver bekämpft werden können. Mittels winziger Nanopartikel leitet die derzeit in einem Forschungsprojekt am
Magnetroboter soll Krebszellen präzise bekämpfen
16. September 2019
London – Eine vorangegangene Behandlung mit Breitbandantibiotika hat in einer Kohortenstudie in JAMA Oncology (2019; doi: 10.1001/jamaoncol.2019.2785) die Effektivität einer Krebsbehandlung mit
Krebs: Antibiotika können Checkpoint-Inhibitoren wirkungslos machen
16. September 2019
Aberdeen – Frauen mit einer Menorrhagie, denen zu einer chirurgischen Behandlung geraten wurde, waren in einer randomisierten Vergleichsstudie im Lancet (2019; doi: 10.1016/S0140-6736(19)31790-8) nach
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER