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Ausland

EU-Koordinator soll Ebola-Hilfe wirksamer machen

Montag, 20. Oktober 2014

Die europäischen Außenminister trafen sich in Luxemburg dpa

Luxemburg – Ein Koordinator soll Europas Hilfe im Kampf gegen die Ebola-Epidemie wirksamer machen. Er solle nicht nur „das Gesicht Europas“ im Kampf gegen Ebola sein, sondern auch die Hilfsangebote aufeinander abstimmen, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montag nach einem Treffen mit seinen Kollegen in Luxemburg. Aus Afrika wurden unterdessen Fortschritte vermeldet: Die Weltgesund­heitsorganisation WHO erklärte Nigeria wieder für Ebola-frei.

Der EU-Koordinator sei ein „wichtiger Schritt“, damit sich alle an der Hilfe gegen die schwere Epidemie beteiligen könnten, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius. Wer das Amt übernehmen solle, werde „in den kommenden Tagen“ festgelegt.

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Koordinator soll medizinischen Hintergrund haben
Nach Angaben von EU-Diplomaten soll zunächst eine Aufgabenbeschreibung für den Posten erstellt werden. Dann könne möglicherweise der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag über die Frage entscheiden. Mehrere Staaten sprachen sich dem Vernehmen nach dafür aus, eine Persönlichkeit mit „medizinischem Hintergrund“ für den Posten vorzuschlagen.

Bereits mehr als 9.200 Menschen weltweit haben sich laut WHO mit dem Virus infiziert, mehr als 4.550 von ihnen starben. Aus eigener Kraft sind die am schwersten betroffenen westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone kaum in der Lage, die Seuche in den Griff zu bekommen. Europäische Länder wie Deutschland planen deshalb, in den kommenden Wochen hunderte Freiwillige in die Krisen-Regionen zu schicken.

Rotes Kreuz und Bundeswehr bilden freiwillige Helfer aus
Neben dem Deutschen Roten Kreuz bildet seit Montag auch die Bundeswehr freiwillige Helfer für die Ebola-Krisengebiete aus. An der Unteroffiziersschule im schleswig-holsteinischen Appen wurden die ersten Teilnehmer in einem fünftätigen Intensivkurs auf den Einsatz in Westafrika vorbereitet. Nach Einschätzung des WHO-Experten Roberto Bertollini werden mindestens tausend ausländische Helfer gebraucht.

Die EU-Außenminister garantierten europäischen Helfern eine zuverlässige medizinische Versorgung, wenn sie sich mit der Krankheit anstecken. Sofern dies im Land selbst nicht in angemessener Weise möglich sei, werde „von Fall zu Fall“ über einen Rücktransport durch Spezialflugzeuge entschieden, hieß es.

Bislang keine geeigneten Transportflugzeuge für Ebola-Patienten in Europa
Bisher verfügt jedoch kein EU-Land über Maschinen, mit denen hochansteckende Ebola-Kranke sicher transportiert werden können, sie müssen derzeit in den USA angemietet werden. Die Bundesregierung will aber bis zum Beginn des Einsatzes freiwilliger Helfer aus Deutschland Mitte November eigene Flugzeuge zur Verfügung haben.

Die EU-Außenminister betonten zudem die Notwendigkeit, für die Zukunft einen „Pool“ aus Gesundheitsexperten zu bilden, die „auf freiwilliger Basis für einen schnellen und gezielten Einsatz bei Gesundheitskrisen“ bereit stehen. Steinmeier hatte diese soge­nannten „Weißhelme“ vorgeschlagen. Noch keine Entscheidung fiel ihm zufolge zu seinem Plan, eine „zivile EU-Mission“  zu Ebola ins Leben zu rufen. Diese „Plattform“ soll es dem Minister zufolge kleineren Mitgliedstaaten ermöglichen, Hilfe in die Krisengebiete zu bringen.

Nigeria ist Ebola-frei
Nach dem Senegal hat in Afrika nun auch Nigeria die Krankheit erfolgreich eingedämmt, wie die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO mitteilte. WHO-Vertreter Rui Gamaz Vaz sprach von einer „spektakulären Erfolgsgeschichte“. Sie zeige „der Welt, dass sich Ebola in den Griff bekommen lässt“.

Ein Flugpassagier aus Liberia hatte das Virus im Juli in die nigerianische Millionenstadt Lagos eingeschleppt, er starb wenige Tage später. Die Behörden reagierten rasch: Rund 900 Menschen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, wurden unter Beobachtung gestellt, strikte Kontrollen an allen Flughäfen und Häfen eingeführt. Nach offiziellen Angaben steckten sich dort insgesamt 20 Menschen mit dem Virus an, acht von ihnen starben. © afp/aerzteblatt.de

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