NewsÄrzteschaft„Freiwillige Qualitätsinitiativen wirken am nachhaltigsten“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

„Freiwillige Qualitätsinitiativen wirken am nachhaltigsten“

Dienstag, 21. Oktober 2014

Berlin – Wie wird der Patient auf die ambulante Operation vorbereitet? Wie läuft die Narkose ab? Wie ist die Versorgung danach? Über diese Fragen tauschen sich seit knapp zwei Jahren 15 nieder­gelassene Anästhesistinnen und Anästhesisten aus Berlin und Brandenburg aus, die sich zu einem Qualitätszirkel zusammengeschlossen haben. Ihr Projekt „Peer Visits“ hat Sprecher Jörg Karst Ende März auf der Ver­sorgungsmesse der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt ­– mit nachhaltigem Erfolg.  

Heute hat die KBV ein Konzept „Peer-Review-Verfahren in der vertragsärztlichen Versorgung – Empfehlungen für Praxen, Arztnetze und Qualitätszirkel“ vorgelegt. Es soll niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bei der Umsetzung von freiwilligen und qualitätsfördernden Maßnahmen in ihren Praxen unterstützen. Impulsgebend für die Erarbeitung des Konzepts waren nach Angaben der KBV  Initiativen von Vertragsärzten, insbesondere die des Anästhesienetzes Berlin-Brandenburg, und das „Curriculum Ärztliches Peer Review“ der Bundes­ärzte­kammer.

Das Projekt „Peer Visits“ ist „eine innerärztlich initiierte Qualitätssicherungsmaßnahme, bei der wir uns als niedergelassene Anästhesisten gegenseitig beim Arbeiten beo­bachten“, hatte  Karst auf der KBV-Versorgungsmesse dem Deutschen Ärzteblatt erläutert. Ihm gefällt daran, „dass das Projekt sehr praxisbezogen ist. Anschließende Feedbacks ermöglichen, voneinander zu lernen, und fördern dadurch die Prozess- und Ergebnis­qualität.“

„Freiwillige Qualitätsinitiativen, die von engagierten Ärzten und Psychotherapeuten aus ihrem Versorgungsalltag heraus selbst entwickelt werden, wirken am nachhaltigsten“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Unter Peer Review ist der kollegiale Austausch über Behandlungsmethoden und -prozesse zu verstehen. Das eigene ärztliche Handeln soll reflektiert, gegenseitiges Lernen gefördert werden.

Anzeige

Die „Peers“ im Projekt der niedergelassenen Anästhesisten sind ambulant tätige Kollegen, die sich gegenseitig in der Praxis und im Operationsraum besuchen, um über Abläufe, Equipment und Konzepte für unvorher­gesehene Ereignisse im Rahmen einer Operation zu sprechen. Jeder Besucher lässt sich auch selbst beurteilen. Es geht nicht um Besserwisserei, sondern um Austausch. Es herrscht Schweigepflicht; kein Bericht geht nach draußen.

„Peer Review stellt eine sinnvolle Ergänzung des vertragsärztlichen Qualitäts­managements dar“, erläuterte Gassen. Auch die bundesweit etablierten mehr als 9.000 Qualitätszirkel basierten auf dem Konzept der Qualitätsentwicklung durch den kollegialen Austausch. „Peer-Review-Verfahren fördern das Qualitätsverständnis und sind für Hausärzte und Fachärzte gleichermaßen von Nutzen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir es sehr, dass die Politik das Thema Qualität erneut in den Fokus gerückt hat.“

© Rie/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Die AOK hat ihr Informationsangebot zu den Qualitätsergebnissen einzelner Krankenhäuser bei Knie- und Hüftoperationen ergänzt: Zusätzlich zu den bereits verfügbaren Qualitätsdaten zur
AOK veröffentlicht klinikbezogene Qualitätsdaten zu Knieprothesenwechseln
6. Oktober 2020
Berlin – Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) bekommt einen neuen Leiter. Claus-Dieter Heidecke übernimmt das Amt zum Jahresende und löst damit Christof Veit
Claus-Dieter Heidecke zum neuen IQTIG-Leiter ernannt
29. September 2020
Hamburg – Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf in Hamburg und die AOK Rheinland-Hamburg haben den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Qualitätsvertrag zur Versorgung von geistig Behinderten in
Erster Vertrag für bessere stationäre Versorgung geistig Behinderter abgeschlossen
17. September 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat Qualitätsanforderungen für Einrichtungen festgelegt, die Patienten mit B-Zell-Neoplasien mit sogenannten CAR-T-Zellen behandeln. „Dass der Einsatz
Therapien mit CAR-T-Zellen: Einrichtungen müssen neue Qualitätsanforderungen erfüllen
17. September 2020
Berlin – Rund 90 Prozent der Praxen wenden umfassend Methoden und Instrumente des Qualitätsmanagements (QM) an. Dies ergab die jüngste Stichprobenerhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
Rund 90 Prozent der Praxen setzen Qualitätsmanagement um
15. September 2020
Berlin – Das Training von zwischenmenschlichen Fähigkeiten, die sogenannten Human Factors, spielen in der Ausbildung und in den Kliniken noch immer eine untergeordnete Rolle. Das kritisiert die
Zwischenmenschliche Fähigkeiten kommen in Studium und Weiterbildung zu kurz
11. September 2020
Dresden – Ein neues Qualitätsmanagementsystem, das konsequent auf digitale Lösungen setzt und die Patientenperspektive gleichberechtigt einbezieht, erproben verschiedene Partner jetzt in Sachsen. An
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER