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Medizin

Forscher warnen vor Energydrinks

Dienstag, 21. Oktober 2014

Energydrinks: Übermäßiger Konsum könnte gefährlich werden /dpadpa

Kopenhagen – Die Gefahren eines übermäßigen Konsums sogenannter Energydrinks, insbesondere in Verbindung mit Alkohol, könnten ein bisher unterschätzter Faktor für die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sein. João Breda und Mitarbeiter des Regional Office for Europe der WHO berichten in der Zeitschrift Frontiers in Public Health über die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Softdrinks (http://dx.doi.org/10.3389/fpubh.2014.00134).

Energy-Drinks würden in jüngster Zeit verstärkt konsumiert, berichten die Wissen­schaftler. Zwischen 2008 und 2012 erhöhten sich die Umsätze der Hersteller um rund 60 Prozent. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte 2013 eine Untersuchung, aus der hervorging, dass 68 Prozent der Zehn bis 18-Jährigen und 18 Prozent der unter Zehnjährigen die Drinks regelmäßig konsumierten. Diese Zahlen gäben Anlass, die gesundheitlichen Folgen der Drinks kritisch zu überprüfen, so die Arbeitsgruppe.

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Über Literaturrecherche untersuchte sie eine Reihe von Studien auf mögliche Anhalts­punkte, die eine Gefährdung durch Energy-Drinks nahe legen. Für erwachsene Konsumenten erhöhe sich durch den Konsum das Risiko für metabolische Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes. Schwangere, welche Energy-Drinks tranken, hatten ein höheres Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Studien über Jugendliche und junge Erwachsene konnten laut der Wissenschaftler zeigen, dass die Kombination mit Alkohol besondere Risiken bergen könnte. Verglichen mit Kontrollpersonen, die nur Alkohol tranken, erhöhte sich bei Mischkonsum das Risiko für alkoholisiertes Autofahren, den Konsum illegaler Drogen und Gewalt. Die Menge des getrunkenen Alkohols erhöhte sich durch den Mischkonsum laut einiger Studie gleichfalls.

Die Forscher berichten, dass das Koffein in den Getränken den subjektiven Rauschzustand verschleiere und den Konsumenten das Gefühl gebe, weniger angetrunken zu sein. Dies könne eine mögliche Erklärung für den erhöhten Alkoholkonsum sein.

Einzelne Fallberichte könnten auch für akute Gesundheitsgefährdungen durch exzessiven Konsum sprechen, so die Wissenschaftler. So erlitt beispielsweise 2007 ein australischer Mann nach dem Konsum von sieben bis acht Dosen Energy-Drinks und harter körperlicher Arbeit einen Herzstillstand. In den USA erlitten vier Männer eine erstmalige Epilepsie im Erwachsenenalter. Die einzige anamnestische Auffälligkeit bei diesen war ein überdurchschnittlicher Konsum von Energy-Drinks.

Eine Kausalität könne zwar aus diesen Fällen nicht abgeleitet werden, gebe jedoch Anlass für intensivere Nachforschungen auf diesem Gebiet, so die Autoren der Studie.

Auf Grund der bisher schwer einschätzbaren Studienlage empfehlen die Forscher die Höhe der Koffeinmenge in den Drinks europaweit zu reglementieren und die Abgabe an Kinder und Jugendliche einzuschränken. Insbesondere vom Mischkonsum mit Alkohol sei eindeutig abzuraten.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 21. Oktober 2014, 20:30

Hier fehlt eine weitere Kasuistik

"Ein 31-jähriger Mann nahm sich das Leben, nachdem sich seine Freundin von ihm getrennt hatte. Für seinen Tod wählte er eine sehr ungewöhnliche Methode...
Die Autopsie des Toten erwies sich zunächst als unauffällig: Der Herzmuskel des Verstorbenen zeigte weder eine Fibrose noch ischämische Areale und die Koronararterien wiesen keine morphologischen Abnormalitäten auf. Auch Milz und Nieren sahen normal aus. Lediglich die Lungen waren ödematös und die Leber gelblich-bräunlich. Ösophagus und Magen enthielten 200 Gramm eines weiß-bräunlichen Inhalts mit erkennbaren Fragmenten unverdauter Tabletten. Die Ex-Freundin des Verstorbenen fand Wochen nach seinem Tod ein leeres Fläschchen Koffeintabletten. Angeblich sollte dieses ursprünglich 90 Tabletten enthalten haben, die einer Menge von 9 g purem Koffein entsprochen hätten. Im Blut des Toten fanden die Mediziner erhöhte Konzentrationen von Ethanol (0,24 g/l), Koffein (170 mg/l) und Acetylsalicylsäure (169 mg/l). Die Koffeinkonzentrationen in den übrigen Organproben waren wie folgt: Mageninhalt: 10.204 mg/ml, Urin: 79 mg/l, Galle: 365 mg/l, Gehirn: 544 mg/l, Lunge: 811 mg/l, Leber: 556 mg/l, Milz: 824 mg/l, Niere: 1.755 mg/l. Aufgrund der hohen Koffeinkonzentrationen in Blut und Organen und dem Fehlen jeglicher pathologischer Befunde attestierten die Mediziner Vergiftung durch Koffein als Todesursache." Quelle (gekürzt):
http://www.springermedizin.de/zu-viel-koffein-tot-statt-wach/5343048.html
"publiziert am: 10.10.2014 12:30 Autor: Dr. Miriam Sonnet Quelle: springermedizin.de basierend auf: Bonsignore, A. et al., "A case of suicide by ingestion of caffeine", Forensic Sci Med Pathol (2014) 448-451"

In meiner Praxis Medikamenten-Datenbank finden sich KOFFEIN, TAB, 100 ST der Firma "BodyPlanet" o h n e Mengenangabe pro Tablette - KOFFEIN & GUARANA ENERGY, TAB, 80 ST der Firma WTM Trading s.r.o." ebenfalls o h n e Mengenangabe pro Tablette - KOFFEIN KOSM QUALITAET, PUL, 5 G der Firma "Spinnrad". Selbstverständlich rezeptfrei als OTC-("over-the-counter")-Präparate frei verkäuflich. K e i n e ROTE-HAND-Briefe, keine Warnhinweise seitens des BfArM und des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters? Und keinerlei Aufdruck auf Energydrink-Packungen mit Warnhinweisen und Schockfotos?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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