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Ärzteschaft

Einheitliches Transplantations­register soll zügig aufgebaut werden

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Berlin – Bundesweit die Daten im Transplantationswesen einheitlich zu erfassen und zu verarbeiten, kann die Versorgung der Patienten verbessern. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, welches das Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben hatte. Autor des „Fachgutachtens für ein nationales Transplantationsregister“ ist das BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit GmbH. „Wir werden jetzt Gespräche mit allen Beteiligten aufnehmen, um die Errichtung eines Registers zügig voranzutreiben. Dies kann auch dazu beitragen, das Vertrauen in die Transplantationsmedizin zu stärken“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Das Gutachten stellt die bestehenden und denkbaren künftigen Datenwege dar und befasst sich mit den möglichen Zielen, Aufgaben, Prozessen, Organisationsformen und dem notwendigen Datenschutz in einem künftigen nationalen Transplantationsregister. Ein Zeitplan stellt dar, in welchen Stufen ein solches Register aufgebaut werden könnte. Außerdem liefert es erste Hinweise für eine Evaluation des Vorhabens.

Für alle Bereiche positive Effekte zu erwarten
„Da Daten die transplantationsmedizinische Versorgung nicht nur beschreiben, sondern auch als Grundlage für die Steuerung der Transplantationen benötigt werden, sind durch eine Verbesserung des Dokumentations- und Datenflusssystems für alle Bereiche positive Effekte zu erwarten“, heißt es in der Kurzfassung des Gutachtens.

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Der Aufbau eines nationalen Transplantationsregisters bedeute allerdings nicht, die augenblickliche dezentral organisierte Form des Transplantationswesens in Deutschland aufzugeben, „da sich in den Analysen keine Notwendigkeit für eine Zentralisierung oder sonstige grundlegende Veränderung ergeben hat“, so die Gutachter. Das Transplanta­tionsregister sollte vielmehr die bestehenden Strukturen um jene zentrale Dokumentation ergänzen, die die Partner des Transplantationswesens bislang vermisst hätten.

Ein solches Register sollte mit einer Erprobungsphase starten. „Schätzungsweise kann ein solches Erprobungsregister innerhalb von zwei Jahren in die Routine gehen“, schreiben die Gutachter.

Schon im März dieses Jahres hatte der scheidende „Hauptamtliche Vorstand für Restrukturierung“ der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Rainer Hess, ein zentrales Register gefordert. „Wir brauchen das Register innerhalb der nächsten beiden Jahren“, sagte Hess bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand.

Gutachten zu Vorkommnissen in Transplantationszentren
Neben dem Fachgutachten zum Transplantationsregister hat das BMG heute zudem ein wissenschaftliches Gutachten vor dem Hintergrund der 2012 bekanntgewordenen Vorkommnisse in verschiedenen Transplantationszentren veröffentlicht. Gegenstand des Gutachtens war die Prüfung der Frage, ob über die bereits in der Novelle des Transplan­tationsgesetzes 2012 vorgenommenen Gesetzesänderungen hinaus gesetzlicher Anpassungsbedarf besteht. © hil/aerzteblatt.de

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