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Vermischtes

Anwendungsstandards und Register verbessern Qualität beim Gelenkersatz

Mittwoch, 22. Oktober 2014

dpa

Berlin – Als „eine der erfolgreichsten chirurgischen Errungenschaften der Nachkriegs­zeit“ bewerten Orthopäden und Unfallchirurgen die Gelenkersatztherapie in Deutschland. Mehr als 90 Prozent aller Implantate halten laut der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) heute länger als 15 Jahre.

In den vergangenen 20 Jahren sei auch aus diesem Grund die Rate der Prothesen­wechsel am Hüftgelenk um die Hälfte gesunken. Inwieweit der ohnehin schon hohe Standard in der Endoprothetik durch neue Modelle zu verbessern sei, ist laut der Fachgesellschaft umstritten. Endoprothesenregister, wie das australische Register, belegten in den letzten zehn Jahren keine klaren Verbesserungen durch Neuent­wicklungen.

Allerdings sei es oft schwierig zu unterscheiden, ob Probleme mit einer Gelenkprothese von einem Anwendungsfehler oder von einem Produktmangel herrührten. „Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD), eine Initiative der Fachgesellschaft, ist daher der richtige Weg, technische Innovationen in Zukunft systematisch zu beobachten und zu bewerten“, erläuterte Henning Windhagen, Kongresspräsident des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie 2014.

Während in den ersten Jahrzehnten der Endoprothetik Neuerungen der Technik und Technologien den Fortschritt bestimmten, werden weitere Verbesserungen heute eher durch Anwendungsstandards erzielt, hieß es aus der DGOU. Die Fachgesellschaft habe daher das Qualitätssiegel EndoCert® etabliert.

Durch verbesserte Prozess- und Strukturqualität ließen sich unter anderem Gelenkinfek­tionen reduzieren. „Kam es noch 2011 bei rund 2,25 Prozent der Patienten nach einer Hüftgelenksoperation zu einer Infektion, waren es 2013 bereits unter einem Prozent“, sagte Henning Windhagen, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik der Medizi­nischen Hochschule Hannover im Annastift. Auch in der Knie-Endoprothetik hat sich die Infektionsrate von 1,5 Prozent auf etwa 0,8 Prozent reduziert. © hil/aerzteblatt.de

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