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Mehr Hausarzt-Praxis­gründungen auf dem Land – aber keine Entwarnung

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Praxislage

Düsseldorf – Wieder mehr Hausärzte ziehen es in Betracht, eine Praxis auf dem Land zu gründen. Dennoch bleibt die Versorgungssituation angespannt. Das berichten die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) auf der Basis einer Existenzgründungsanalyse für Hausärzte.

2012/2013 ließ sich mehr als jeder Zehnte (11,5 Prozent) in einer Region mit weniger als 5.000 Einwohnern nieder. Damit hat sich der Wert seit 2010/2011 nahezu verdoppelt. „Die Zahlen zeigen, dass die Politik mit der Aufhebung der Residenzpflicht 2012 einen Schritt in die richtige Richtung unternommen hat“, analysierte Georg Heßbrügge, Bereichs­leiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. Er betonte, in der Regel stünden Landpraxen wirtschaftlich gut dar.

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Zu wenig Hausärzte lassen sich nieder
Dessen ungeachtet bleibe die Versorgungssituation in ländlichen Regionen proble­matisch. Denn nach wie vor ließen sich insgesamt zu wenige Hausärzte nieder. So liegt ihr Anteil unter den Existenzgründern laut der Analyse bei 26,6 Prozent, unter den Vertragsärzten jedoch bei 44,2 Prozent.

Die Investitionen für eine hausärztliche Praxis bewegen sich je nach Praxisart zwischen 92.000 und 115.000 Euro. Das durchschnittliche Investitionsvolumen beträgt 109.000 Euro. Die höchsten Investitionen fallen mit 115.000 Euro für die Übernahme einer Einzelpraxis an. 67 Prozent der Investitionen (77.000 Euro) entfallen auf den Über­nahmepreis und werden an den Praxisabgeber gezahlt.

Wer als zusätzlicher Partner einer bestehenden BAG beitritt, muss 112.000 Euro einkalkulieren. Hausärzte, die die Anteile eines ausscheidenden Partners an einer BAG übernehmen, investieren durchschnittlich 104.000 Euro. Wer zusammen mit einem bereits niedergelassenen Arzt eine BAG gründet, wendet 103.000 Euro auf, wer eine BAG übernimmt 99.000 Euro.

92.000 Euro für eine Neugründung
Die Neugründung einer Einzelpraxis ist mit 92.000 Euro die am wenigsten investitions­intensive Form der Existenzgründung. Das mag ein Grund dafür sein, dass sich mehr als jeder zweite Existenzgründer (57,9 Prozent) für diese Form entscheidet. Dennoch bedeutet dies keine Abkehr vom Trend zur Kooperation, wie Heßbrügge betont: „Viele Hausärzte in Einzelpraxis planen, mittelfristig einen Kollegen anzustellen. Auch hier wird also eine Art der Kooperation angestrebt“, sagte er.

Eine klassische Kooperation gehen 42,1 Prozent der Existenzgründer ein. Am häufigsten entscheiden sich Hausärzte für eine Kooperation in Form einer Berufsaus­übungs­gemeinschaft (BAG) (34,8 Prozent). Praxisgemeinschaften, Medizinische Versorgungs­zentren und sonstige Kooperationen spielen mit 7,3 Prozent eine eher untergeordnete Rolle.

Frauenanteil liegt bei 51,2 Prozent
Der Großteil der Hausärzte macht sich bis zum 41. Lebensjahr selbständig (42 Prozent). Etwas mehr als jeder Vierte entscheidet sich zwischen 41 und 45 Jahren für den Schritt in die Selbständigkeit (27,7 Prozent). Etwa jeder dritte Existenzgründer ist älter als 45 Jahre (30,3 Prozent). Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre. Der Frauenanteil unter den Existenzgründern beläuft sich auf 51,2 Prozent. © hil/aerzteblatt.de

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