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Medizin

Grippe 2013/14: Mutation erklärt schwere Erkrankungen im mittleren Lebensalter

Mittwoch, 22. Oktober 2014

dpa

Philadelphia – Eine einzelne Punktmutation im Genom des Influenza-Virus ist dafür verantwortlich, dass während der saisonalen Grippewelle 2013/14 überwiegend Menschen im mittleren Alter erkrankten. Dies berichtet ein Team aus US-Forschern in der Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2014; doi:10.1073/pnas.1409171111).

Normalerweise erkranken während einer Grippe-Epidemie vor allem Kleinkinder, die noch keinen Immunschutz haben, und ältere Menschen, bei denen die Abwehrkräfte infolge einer „Immunseneszenz“ nachlassen. Bei der letztjährigen Grippewelle war es genau anders herum. Die heftigsten Erkrankungen traten bei Menschen in den „besten Jahren“ auf, bei denen die Grippe normalerweise als normale Erkältung oder sogar inapparent verläuft. Auch die Labormediziner wurden von dieser Entwicklung überrascht. Die normalen serologischen Tests hatten nicht auf eine besonders schwere Grippewelle hingedeutet.

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Ein Team um  Scott Hensley vom Wistar Vaccine Center in Philadelphia hat jetzt die Ursache für die ungewöhnliche Verteilung der Erkrankungen ermittelt. Im letzten Jahr sei es bei den Viren zu einer Mutation im Gen für das Hämagglutinin-Glykoprotein auf der Oberfläche der Viren gekommen. Die Mutation ereignete sich an einer Position „K166“, die über viele Jahre ein verlässlicher Angriffspunkt der Immunabwehr gewesen war. Insgesamt 42 Prozent aller untersuchten Personen der Jahrgänge 1965 bis 1979 besaßen die Antikörper im Blut, die diese Position erkannten und dadurch die Immun­abwehr stärkten.

Dass die Bedeutung der Mutation übersehen wurde, führt Hensley darauf zurück, dass die Immunität in der Bevölkerung mit Antiseren geprüft wird, die durch die Infektion von Frettchen erzeugt wird. Da die Tests jedes Jahr an neuen Tieren durchgeführt werden, übersehen die Antiseren laut Hensley die Langzeitimmunität, die sich beim Menschen durch die jährlichen Grippewellen bildet. © rme/aerzteblatt.de

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