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Urteil gegen Contergan-Hersteller Grünenthal in Spanien aufgehoben

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Madrid – Die spanische Justiz hat ein Urteil gegen den früheren Contergan-Hersteller Grünenthal aufgehoben, der vor knapp einem Jahr zu Entschädigungszahlungen an spanische Opfer des Wirkstoffes Thalidomid verurteilt worden war. Die im Jahr 2012 zur Anklage gebrachten Vorwürfe seien verjährt gewesen, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung des Berufungsverfahrens. Die Klage des spanischen Opferverbandes Avite sei deshalb nicht zulässig gewesen. Gegen die Entscheidung kann binnen 20 Tagen Einspruch eingelegt werden.

Die deutsche Pharmafirma war im November 2013 von einem Gericht in Madrid dazu verurteilt worden, spanische Thalidomid-Opfer zu entschädigen. Avite hatte 204 Millionen Euro gefordert. Das Gericht sprach jedem Opfer eine Zahlung von 20.000 Euro Scha­den­ersatz je Prozentpunkt des offiziell anerkannten Behinderungsgrads zu, ohne eine Gesamtsumme zu nennen. Während des Prozesses hatte Grünenthal sein Bedauern über die Thalidomid-Tragödie geäußert, die Vorwürfe aber als verjährt zurückgewiesen.

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Weil sie im Mutterleib Thalidomid ausgesetzt waren, kamen Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre weltweit schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. Ursprünglich als Schlaf- und Beruhigungsmittel vermarktet, wurde der Wirkstoff ab Ende der 1950er Jahre weltweit auch als Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit verschrieben. Dadurch brachten einige Frauen Kinder mit massiven Fehlbildungen und fehlenden Gliedmaßen zur Welt.

In Deutschland lief das Medikament unter dem Namen Contergan. Es wurde Ende 1961 vom Markt genommen. Grünenthal entschuldigte sich erstmals im September 2012 nach langem Schweigen für das Desaster. © afp/aerzteblatt.de

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