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Ärzteschaft

MRT bei Rückenschmerzen nicht routinemäßig einsetzen

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Köln – Kostenintensive, bildgebende Verfahren bei Rückenschmerzen zurückhaltend einzusetzen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie. Nicht jeder spontan auftretende Rückenschmerz müsse bis ins Detail abgeklärt werden – denn oft verschwinde er von allein wieder beziehungsweise nach konservativer Therapie mit Schmerzmedikamenten, Krankengymnastik oder Massagen, hieß es aus der Fach­gesellschaft.

„Für viele Ärzte ist es problematisch, dass die Betroffenen häufig vehement eine Bildgebung einfordern. Denn viele Patienten sind bildergläubig“, erklärte Michael Forsting vom Universitätsklinikum Essen. MRT-Untersuchungen sollten aber nur selektiv eingesetzt werden. Entscheidend sei, dass eine ausführliche klinische Untersuchung der Bildgebung vorangehe. Erst wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen andauerten und sich als therapieresistent erwiesen, müsse eine Bildgebung erfolgen.

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Nach den geltenden Leitlinien sollten bildgebende Verfahren außerdem dann zum Einsatz kommen, wenn Lähmungserscheinungen auftreten oder bestimmte Risikofaktoren nachweisbar sind, die auf eine ernsthafte Erkrankung der Wirbelsäule hindeuten. So können zum Beispiel klopfschmerzhafte Wirbelsäulenschmerzen mit gleichzeitigen Entzündungszeichen im Labor oder klinisch als Fieber Hinweis für eine Wirbelsäulenentzündung sein.

Nächtlich sich verstärkender Schmerz bei gleichzeitiger Ermüdbarkeit, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit könnten Symptome eines Tumors an der Wirbelsäule sein. Des Weiteren sollten bildgebende Verfahren laut der Fachgesellschaft bei Patienten zum Einsatz kommen, die seit Jahren unter Diabetes mellitus leiden oder immunsuppressive Therapien einnehmen. Auch bei Patienten mit vorausgegangenen Krebsleiden sei eine sofortige bildgebende Diagnostik angeraten. Auch sehr starke, in die Beine ausstrah­lende Schmerzen sollten Ärzte durch eine Bildgebung abklären.

Die Fachgesellschaft empfiehlt hierzu eine Magnetresonanztomografie (MRT), da sie auch die Weichteilstrukturen der Wirbelsäule und Frühveränderungen gut darstelle.

© hil/aerzteblatt.de

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