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Ausland

Künftiger EU-Kommissar Stylianides wird Europas Ebola-Koordinator

Freitag, 24. Oktober 2014

Christos Stylianides /dpa

Brüssel – Europa hat einen Koordinator für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie. Der EU-Staats- und Regierungschefs betrauten am Donnerstagabend den künftigen Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, aus Zypern mit der Aufgabe. Die Afrikanische Union (AU) kündigte unterdessen an, mehr als tausend Pflegekräfte in die vom Ebola-Virus betroffenen westafrikanischen Staaten zu schicken.

Die EU-Außenminister hatten den Posten des Koordinators am Montag beschlossen, um Europas Hilfe für die besonders von der Epidemie betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone besser aufeinander abzustimmen. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel teilte nun Ratspräsident Herman Van Rompuy über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass der 56-jährige Stylianides den Posten übernehmen soll.

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Der Zyprer gehört der neuen Kommission unter dem Luxemburger Jean-Claude Juncker an, die am 1. November offiziell ihr Amt antritt. Er ist dort für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständig. Der ausgebildete Zahnarzt ist seit diesem Jahr Europa­abgeordneter und saß zuvor in Zypern im nationalen Parlament. 2013 war der Konservative kurzzeitig Regierungssprecher seines Landes.

Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika starben laut Welt­gesund­heits­organi­sation WHO bereits fast 4.900 Menschen. Fast 10.000 infizierten sich mit dem Virus. Die EU-Kommission stellte am Donnerstag nochmals gut 24 Millionen Euro für die Suche nach einem Impfstoff und bessere Behandlungsmethoden bereit. Zusammen mit den Mitgliedstaaten hat Europa damit bisher Hilfe von rund 600 Millionen Euro versprochen, 107 Millionen Euro davon kommen aus Deutschland.

Insbesondere Großbritanniens Premier David Cameron dringt auf weitere Zusagen. Ein EU-Diplomat verwies darauf, dass 18 der EU-Länder bisher „weniger Hilfe angeboten haben als Ikea”, die schwedische Möbelhauskette. Microsoft-Mitgründer Paul Allen kündigte derweil an, seinen Beitrag für die Ebola-Hilfe auf 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro) aufzustocken.

Weiter fehlt medizinisches Personal
Mehrere afrikanische Staaten sagten die Entsendung von insgesamt tausend Ärzten und Pflegekräften in die Krisengebiete zu, wie die Präsidentin der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma, mitteilte. Die Staatengemeinschaft habe Krankenhäuser und Behandlungszentren eingerichtet, „aber diese Infrastrukturen haben kein Personal, das ist Verschwendung”.

Nach Angaben des stellvertretenden Direktors der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), Keiji Fukuda, ist es in den Krisengebieten „unglaublich schwer, Pflegepersonal zu finden”. Nach WHO-Angaben haben sich bisher 443 Pfleger mit Ebola infiziert, von denen 244 gestorben seien.

Auch europäische Länder wie Deutschland wollen in den kommenden Wochen hunderte Ärzte und Pfleger in die Krisen-Regionen zu schicken. Um mehr Freiwillige dafür zu gewinnen, hatten die EU-Außenminister den europäischen Helfern am Montag eine zuverlässige medizinische Versorgung garantiert, falls diese sich mit der Krankheit anstecken sollten. Sofern dies im Land selbst nicht in angemessener Weise möglich sei, werde "von Fall zu Fall" über einen Rücktransport durch Spezialflugzeuge entschieden. Dies dürfte auf dem EU-Gipfel bekräftigt werden. © afp/aerzteblatt.de

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