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Ärzteschaft

KV Nordrhein weist Vorwürfe unrechtmäßiger Regressforderungen zurück

Freitag, 24. Oktober 2014

Düsseldorf – Mit Unverständnis hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein auf die öffentlichen Vorwürfe des Bergneustädter Internisten Stefanus Paas reagiert. Dieser hatte im Zusammenhang mit einem Regressprüfverfahren in der WDR-Sendung Westpol moniert, eine ausreichende pharmakotherapeutische Versorgung von chronisch Kranken oder Palliativpatienten sei unter den geltenden Regelungen nicht möglich. Eigenen Angaben zufolge soll Paas für das Überschreiten seines Arzneimittelbudgets rund 34.000 Euro zahlen und denkt vor diesem Hintergrund über die Aufgabe seiner Praxis nach.

„Auch ohne Kenntnis des konkreten Falls gehe ich davon aus, dass der gesetzliche Vorrang der Beratung gegenüber einer Regresszahlung zum Tragen kommt. Mit anderen Worten: Der von den Prüfgremien aktuell festgesetzte Regress wird aller Voraussicht nach nicht vollzogen werden“, verwies KV-Vorsitzender Peter Potthoff in einem Schreiben an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker.

Die Kritik, die KV-Nordrhein habe in dem Konflikt nicht ausreichend interveniert, wies er entschieden zurück. „Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass in den Verfahren vor den Prüfungs- und Beschwerdeausschüssen sämtliche entlastenden Argumente und Sachverhalte sehr sorgfältig geprüft und gewürdigt werden“, so Potthoff.  Die geringe Zahl an effektiv verhängten Regressen stütze diese Annahme. So seien in den vergan­genen vier Jahren jeweils nur zwischen fünf und 17 der insgesamt 16.000 verordnenden Ärzten in Nordrhein von Arzneimittel-Regressen betroffen gewesen.

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Zudem liege die Verantwortung für die Regressforderungen in erster Linie bei der Politik. „Tatsächlich wird die Selbstverwaltung auch unter den nunmehr geplanten gesetzlichen Vorgaben gezwungen sein, entsprechend wirksame Prüfmethoden zu etablieren ‒ einschließlich geeigneter Sanktionsinstrumente“, betonte der KV-Chef. Er plädierte erneut dafür Regresse für ärztliche Verordnungen ersatzlos abzuschaffen. © hil/aerzteblatt.de

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