NewsÄrzteschaftKV Nordrhein weist Vorwürfe unrechtmäßiger Regressforderungen zurück
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KV Nordrhein weist Vorwürfe unrechtmäßiger Regressforderungen zurück

Freitag, 24. Oktober 2014

Düsseldorf – Mit Unverständnis hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein auf die öffentlichen Vorwürfe des Bergneustädter Internisten Stefanus Paas reagiert. Dieser hatte im Zusammenhang mit einem Regressprüfverfahren in der WDR-Sendung Westpol moniert, eine ausreichende pharmakotherapeutische Versorgung von chronisch Kranken oder Palliativpatienten sei unter den geltenden Regelungen nicht möglich. Eigenen Angaben zufolge soll Paas für das Überschreiten seines Arzneimittelbudgets rund 34.000 Euro zahlen und denkt vor diesem Hintergrund über die Aufgabe seiner Praxis nach.

„Auch ohne Kenntnis des konkreten Falls gehe ich davon aus, dass der gesetzliche Vorrang der Beratung gegenüber einer Regresszahlung zum Tragen kommt. Mit anderen Worten: Der von den Prüfgremien aktuell festgesetzte Regress wird aller Voraussicht nach nicht vollzogen werden“, verwies KV-Vorsitzender Peter Potthoff in einem Schreiben an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker.

Die Kritik, die KV-Nordrhein habe in dem Konflikt nicht ausreichend interveniert, wies er entschieden zurück. „Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass in den Verfahren vor den Prüfungs- und Beschwerdeausschüssen sämtliche entlastenden Argumente und Sachverhalte sehr sorgfältig geprüft und gewürdigt werden“, so Potthoff.  Die geringe Zahl an effektiv verhängten Regressen stütze diese Annahme. So seien in den vergan­genen vier Jahren jeweils nur zwischen fünf und 17 der insgesamt 16.000 verordnenden Ärzten in Nordrhein von Arzneimittel-Regressen betroffen gewesen.

Anzeige

Zudem liege die Verantwortung für die Regressforderungen in erster Linie bei der Politik. „Tatsächlich wird die Selbstverwaltung auch unter den nunmehr geplanten gesetzlichen Vorgaben gezwungen sein, entsprechend wirksame Prüfmethoden zu etablieren ‒ einschließlich geeigneter Sanktionsinstrumente“, betonte der KV-Chef. Er plädierte erneut dafür Regresse für ärztliche Verordnungen ersatzlos abzuschaffen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. September 2020
Köln/Düsseldorf – Auf die besonderen Herausforderungen für die niedergelassenen Ärzte während der Coronapandemie hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hingewiesen. Besonders der Mangel an
KV Nordrhein sieht sich auf künftige Pandemien besser vorbereitet
20. August 2020
Düsseldorf – Systematische, präventive und kostenlose Tests auf SARS-CoV-2 sind für Ärzte, das Personal in Praxen und Kliniken und in Pflegeeinrichtungen notwendig. Dafür hat sich die Kassenärztliche
KV Nordrhein mahnt kostenfreie Tests für medizinisches Personal an
7. August 2020
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat eine positive Zwischenbilanz zur Wirksamkeit des Strukturfonds gezogen. Demnach erhielten im ersten Halbjahr 2020 mehr als 60
Große Resonanz auf Strukturfonds der KV Nordrhein
18. Juni 2020
Berlin – Die Zahl der Regresse in Deutschland ist tendenziell rückläufig. Das zeigt eine Abfrage des Deutschen Ärzteblatts in den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Zudem variiert die Art der
Große regionale Unterschiede bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen
7. Mai 2020
Berlin – Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern nur den Mehrpreis erstatten.
Entlastungen für Ärzte bei Wirtschaftlichkeitsprüfung
22. April 2020
Düsseldorf − Tausenden Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen (NRW) drohen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein wegen der Coronakrise Umsatzeinbußen. „Ich gehe davon aus,
Coronakrise führt zu Umsatzeinbußen der Praxen in Nordrhein
9. April 2020
Düsseldorf – Die AfD hat die geplante Verabschiedung des entschärften Pandemie-Gesetzes im Landtag in Nordrhein-Westfalen (NRW) ausgebremst. Die Rechtspopulisten erzwangen heute mit ihrem
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER