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Medizin

EMA fordert umsichtigen Einsatz von Polymy­xin-Antibiotika

Freitag, 24. Oktober 2014

London - Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will in den Fachinformationen der Polymyxin-Antibiotika Colistin und Colistimethat verstärkt auf die Risiken im Umgang mit dem Reservemittel für multiresistente Keime hinweisen. Polymyxin-basierte Antibiotika wurden bereits in den 1960er Jahren entwickelt. Sie sind jedoch stark neuro- und nephrotoxisch und nur parenteral einsetzbar. Sie wurden deshalb von oral verfügbaren und weniger toxischen Mitteln verdrängt und kaum noch eingesetzt.

Dies hatte zur Folge, dass Bakterien bisher keine Resistenzen gegen Polymyxine entwickelt haben. Die Mittel verfügen über einen eigenen Wirkungsmechanismus. Sie lagern sich in die Zellmembran gram-negativer Bakterien ein und erhöhen dadurch deren Permeabilität. Colistin und sein Produrg Colistimethat wurden in den letzten Jahren wiederentdeckt als Reserve-Antibiotikum gegen multiresistente Keime.

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Das Wissen um die Wirkungen und Nebenwirkungen und die Pharmakokinetik ist jedoch begrenzt, da hier in der Vergangenheit keine umfassenden Untersuchungen durch­geführt wurden. Für Verwirrung sorgt offenbar die Tatsache, dass Colistimethat zum einen intravenös und zum anderen lokal über einen Vernebler bei tiefen Atemwegsinfek­tionen eingesetzt wird. Zum anderen wird die Dosis in der Fachliteratur in zwei unter­schied­lichen Einheiten („IU“ und „mg“) angegeben.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) stellt deshalb eine Umrechnungstabelle vor und gibt Dosierungsempfehlungen für die beiden Anwendungsarten sowie für die bei Kindern und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen erforderlichen Dosisreduktionen. Die Ärzte werden aufgefordert, die Medikamente nur als Reservemedikament einzusetzen bei Patienten, bei denen andere Antibiotika keine Wirkung zeigen. © rme/aerzteblatt.de

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