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Ausland

WHO bereitet Massenimpfung gegen Ebola vor

Freitag, 24. Oktober 2014

Genf -  Mit Massenimpfungen will die Welt­gesund­heits­organi­sationn (WHO) spätestens in der ersten Hälfte 2015 die Wende im Kampf gegen Ebola schaffen. Die Tests für die Kampagne in Westafrika würden im Dezember starten, kündigte Vize-Direktorin Marie-Paule Kieny am Freitag an. Die EU sagte zu, die Mittel für den Kampf gegen Ebola auf eine Milliarde Euro zu erhöhen. In den USA steckte sich erstmals ein Arzt an.

 „Eine Impfung ist nicht das Allheilmittel“, sagte Kieny am WHO-Sitz in Genf, wo am Donnerstag Gespräche mit Vertretern der Pharmaindustrie stattgefunden hatten. „Aber wenn sie bereit steht, wird sie einen guten Teil der Bemühungen ausmachen, das Blatt zu wenden.“ Alles werde vorbereitet, um die Wirksamkeit der zur Verfügung stehenden Stoffe ab Dezember zu testen. In den ersten sechs Monaten kommenden Jahres könnten dann mehrere hunderttausend Dosen zur Verfügung stehen.

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Zwei Impfstoffe erfolgversprechend
Zwei Impfstoffe gelten derzeit als die erfolgversprechendsten - ein in Kanada entwickelter Impfstoff mit dem wissenschaftlichen Kürzel rVSV und ein Impfstoff des britischen Unternehmens GlaxoSmithKline mit dem Kürzel ChAd3. Fünf weitere Pisten würden verfolgt, sagte Kieny. Von dem wirksamsten Mittel will die WHO dann gewaltige Mengen bereitstellen.

Die EU will ihre Hilfe gegen Ebola von 600 Millionen auf eine Milliarde Euro fast verdoppeln, wie Ratspräsident Herman Van Rompuy auf dem EU-Gipfel in Brüssel ankündigte. Von den bisher in Aussicht gestellten Mitteln kommen 107 Millionen Euro aus Deutschland. Insbesondere Großbritanniens Premier David Cameron hatte sich für weitere Zusagen der EU eingesetzt. London will seinen Anteil von 156 Millionen Euro auf 256 Millionen Euro erhöhen. Die Afrikanische Union (AU) kündigte am Freitag an, Äthiopien werde 200 professionelle Helfer nach Westafrika schicken.

Zweite US-Pflegekraft geheilt
Auch die zweite mit dem Ebola-Virus infizierte US-Pflegekraft hat die Krankheit überwunden. Nina Pham sei virenfrei, teilten die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH) mit. Pham konnte die NIH-Klinik in einem Vorort von Washington, in der sie seit vergangener Woche behandelt wurde, am Freitag verlassen. "Ich schätze mich glücklich und gesegnet, heute hier zu stehen", sagte sie vor Journalisten.

Die 26-jährige Krankenschwester hatte sich angesteckt, als sie den mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan in einem Krankenhaus im texanischen Dallas gepflegt hatte. Duncan hatte sich in seiner Heimat Liberia infiziert. Das Virus wurde bei ihm aber erst festgestellt, nachdem er Ende September zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war. Am 8. Oktober erlag Duncan der Krankheit. Am 12. Oktober wurde dann bekannt, dass Pham positiv auf Ebola getestet wurde. Drei Tage später bestätigten die Behörden, dass sich eine weitere Krankenschwester aus Dallas, Amber Vinson, angesteckt hatte.

Vinsons Familie ließ bereits am Mittwoch wissen, dass die 29-Jährige das Virus nicht mehr in sich trage. Die Krankenschwester sollte aber zur weiteren Behandlung noch einige Zeit in einem auf Ebola spezialisierten Krankenhaus in Atlanta im Bundesstaat Georgia bleiben. © afp/aerzteblatt.de

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