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Psychiater fordern Korrekturen am Entwurf des Versorgungs­stärkungsgesetzes

Montag, 27. Oktober 2014

Berlin – Verbesserungen am Entwurf des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes haben die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie der Spitzenverband ZNS (SPiZ) gefordert.

Die DGPPN begrüßte zwar, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Regelungen für die Richtlinienpsychotherapie mit dem Ziel der „Flexibilisierung des Therapieangebots“ überarbeiten solle. Dies allein könne aber Unter-, Fehl- und Überversorgung psychisch erkrankter Menschen in der ambulanten Versorgung allein nicht korrigieren.

Sektorenübergreifende Angebote sind gefordert
Kontraproduktiv ist laut der DGPPN die Trennung zwischen Psychotherapie und anderen fachärztlichen Gesprächsleistungen sowie anderen Therapieformen. Das Gesetz sollte daher die Selbstverwaltung in die Pflicht nehmen, zeitnah Regelungen für sektoren­übergreifende Versorgungsangebote zu entwickeln. „Die Überarbeitung der Psycho­thera­pierichtlinie sollte Eingang in dieses strukturierte Versorgungsprogramm finden“, hieß es aus der DGPPN.

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Wichtig sei außerdem die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu einem Förderschwerpunkt des neuen Innovationsfonds zu machen. Die DGPPN fordert, unabhängige und wissenschaftlich ausgewiesene Versorgungsforscher in den Innovationsausschuss einzubinden.

Noch längere Wartezeiten befürchtet
Scharfe Kritik am Gesetzentwurf übte der SPiZ. „Patienten mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen werden künftig noch länger auf einen Termin beim Facharzt oder beim Psychotherapeuten warten müssen, wenn die große Koalition ihre Pläne umsetzt“, warnte der SPiZ-Vorsitzende Frank Bergmann. Hintergrund sei die im Gesetzentwurf vorgesehene Verpflichtung für die Kassenärztlichen Vereinigungen, freiwerdende Arztsitze in sogenannten überversorgten Gebieten aufzukaufen und nicht wieder zu besetzen, zum Beispiel, wenn der Praxisinhaber in den Ruhestand gehe.

Die im Gesetz vorgesehenen Terminservicestellen könnten das Problem nicht lösen, weil sie keine neuen Behandlungskapazitäten schafften. Außerdem sei gerade für Patienten mit einer neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung die ersatzweise Vorstellung im Krankenhaus oft keine Alternative. „Unsere Patienten sind besonders auf das Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt angewiesen und auf eine kontinuierliche Behandlung. Es geht ja in den Gesprächen um sehr persönliche Inhalte. Außerdem sind die Krankheiten oft von längerer Dauer“, erläuterte Bergmann. © hil/aerzteblatt.de

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