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Ärzteschaft

Feldmann: Tatsächlicher Versorgungsbedarf muss definiert werden

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Berlin – Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Regina Feld­mann, hat gefordert, den  medizinischen Versorgungsbedarf der Bevölkerung zu defi­nieren. „Der wissenschaftliche Fortschritt hat dazu geführt, dass es eine zunehmende Spezialisierung von Facharztgruppen gegeben hat“, sagte sie auf der 19. Handelsblatt Jahrestagung gestern in Berlin. Dies sei zulasten der Grundversorgung gegangen. „Diese Spezialisten können sich niederlassen, ohne dass jemand definiert hat, welcher Bedarf in der Versorgung wirklich vorhanden ist“, sagte Feldmann.

Wenn dies geschehe, werde sich die Frage, was Überversorgung ist, schnell relativieren. Zum Beispiel könne sich ein in einem Krankenhaus tätiger Herzchirurg auch nieder­lassen, wenn er einen freien Arztsitz finde. Dennoch gebe es dafür keinen Bedarf. Feldmann: „Denn wer will sich schon herzchirurgisch ambulant versorgen lassen?“

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Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen gab Feldmann Recht: „Der Ansatz wäre richtig, bottom-up zu schauen, wie der Versorgungsbedarf tatsächlich ist.“ Er bezweifelte jedoch, dass „die Studienlage eine deskriptive Wertentscheidung“ ersetzen werde.

© fos/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 30. Oktober 2014, 12:48

KBV-Hausaufgaben

Dazu habe ich schon am 15.10.2014 unter http://www.springermedizin.de/hausaufgaben-fuer-die-kbv/5379968.html
mit dem Titel
"Frist bis Jahresende 2014! - Hausaufgaben für die KBV" geschrieben:

Nicht die Gesetzeslage des Bundes allein verunsichert uns Kolleginnen und Kollegen in der vertragsärztlichen Niederlassung, sondern die Versorgungsrealität, mit der wir leben müssen. Die KBV muss jetzt endlich ihre Hausaufgaben machen!
1. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) muss doch verbindlich definieren, wie hoch der Arbeitsaufwand bzw. die Sprechstundenzeiten in Wochenstunden für die vertragsärztlichen Haus-, Fach- und Spezialärzte/-innen je nach Fachrichtung sein sollen (incl. Dokumentations- und Verwaltungsaufwand, "Rüstzeiten" etc. - je nach Fachrichtung).
2. Die KBV muss per angewandte Versorgungsforschung eruieren, evaluieren und definieren, wie hoch der Anteil der vertragsärztlichen Hobby-, Freizeit- und Teilzeitpraxen im Soll-Ist-Vergleich liegt bzw. Handlungsoptionen ableiten.
3. Der Sicherstellungsauftrag der KBV umfasst auch die Prüfung, wie viele Mittel und Ressourcen durch Kollektiv- und Selektivverträge gebunden werden bzw. welche Mittel durch den neuen Hausarzt-EBM und die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) des Deutschen Hausärzteverbands (HÄV) abfließen.
4. Die KBV muss endlich verbindliche Entwürfe, Planungen und eine "road-map" über die Verwirklichung eines differenzierten Facharzt-EBM darlegen und ihre bisherige Verzögerungstaktik erklären.
5. Die Organisation des vertragsärztlichen Notdienstes bleibt mangelhaft, so lange erhebliche KV-Mittel in den Uni-Kliniken und Krankenhaus-Notfallambulanzen verbleiben und n i c h t im Vertragsärzte-Topf landen.
Nicht die Gesetzeslage des Bundes allein verunsichert uns Kolleginnen und Kollegen in der vertragsärztlichen Niederlassung, sondern die Versorgungsrealität, mit der wir leben müssen.
Und die wird nun mal zu 99 Prozent durch die Kassenärztlichen Vereinigungen als Körperschaften Öffentlichen Rechts vorgelebt.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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