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Türklinken aus Kupfer kein entscheidender Fortschritt für Patienten

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Hamburg/Bonn – Es gibt keine Evidenz dafür, dass Kupfertürklinken in Kliniken die Zahl von Krankenhausinfektionen vermindern. Diese Auffassung vertritt die Deutsche Gesell­schaft für Krankenhaushygiene. „Die Händedesinfektion und steriles Arbeiten am Patienten sind für dagegen wichtige Faktoren“, erläuterte der Experte der Fachge­sellschaft, Peter Walger, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Das Asklepios Klinikum Harburg in Hamburg hatte vorher mitgeteilt, große Bereiche seines gerade eröffneten Neubaus seien mit 600 Türklinken aus Kupferlegierungen ausgestattet. Das Projekt sei das bislang größte seiner Art in Europa und den USA. Kupfer wirke nachweislich antimikrobiell und könne gefährliche Keime wie Bakterien, Pilze und Viren erheblich reduzieren. Eine kürzlich vor Ort durchgeführte stichprobenartige Untersuchung dieser neuen Türklinken aus einer Vollguss-Kupferlegierung habe gezeigt, dass eine Reduzierung von bis zu zwei Drittel der Keime möglich sei.

„Hände sind bekanntlich die Hauptüberträger von Erregern. Dabei spielen Türgriffe als die am häufigsten genutzten Kontaktflächen eine wichtige Rolle. Genau hier setzen wir mit den Klinken aus antimikrobiellem Kupferwerkstoff an“, erläuterte Susanne Huggett, Ärztliche Leiterin des Asklepios Großlabors Medilys.

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Die Keimreduktion stellt auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene nicht infrage. „Aber für den patientenrelevanten Endpunkt – nämlich die Zahl der Klinikin­fektionen – sehen wir laut Studienlage keinen Effekt“, erläuterte Walger.

Asklepios betonte, die Kupferklinken seien Teil eines umfassenden Bündels von Maßnahmen zur Infektionsprävention. Sie ergänzten etablierte Hygieneaktivitäten wie die Händedesinfektion, regelmäßige Flächendesinfektionen und die Schulung von Mitarbeitern in Hygienefragen. © hil/aerzteblatt.de

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